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Berlin, BuGa, irgendwann Anfang der 90er. Kurzes Durchatmen, He-Man in die Hose gestopft und die Welt wissen lassen was gleich geschieht. Die eigenen Eltern hören die Rufe des Knirpses auf dem Hügel über dem Getümmel des Kirchenausflugs nicht. Pech gehabt, sie verpassen meine legendäre Abfahrt auf der blauen Rakete.

Die blaue Rakete und ich, das sind ein metallic-blau schimmerndes Kinderfahrrad und meine Wenigkeit. Zusammen eroberten wir Straßen, ozeangroße Pfützen und jegliche Parks des Berliner Jungles. Je schwieriger das Terrain, desto besser! Wohin es auch ging, das blaue Gefährt musste mit!

Zurück auf dem Berliner K2, die anderen Kinder, aka die Hater, unten fangen bereits an sich zu langweilen. Also gut. Ein letzter Blick über das rege Treiben des Parks – und Abfahrt! Mit unglaublichem Tempo schießt der blaue Blitz den Hügel hinab. Kontrolle übers Gefährt oder Tempo? Fehlanzeige! Sekunden später das erste Schlagloch und der erste Salto meines Lebens. Leider mit unsauberer Landung. Ein jähes Ende einer eigentlich glorreichen Fahrt. Der laut heulende Himmelsstürmer wird von fremden Händen zu den Eltern getragen. Nach dem Trost kommen die mahnenden Worte. Nach den Worten das Essen. Keine 5 Minuten später verschwindet die blaue Rakete in einer Staubwolke in Richtung nächsten Abenteuers.

Was als Kind bereits begann setzte sich im Laufe der nächsten Jahre kontinuierlich fort. Bewegungen jeglicher Art üben eine besondere Faszination auf mich aus, egal ob Fallschirmsprung in die Schwalbenhöhle Mexikos, die Kameraarbeit einer Agnes Godard oder die anmutigen Bewegungen eines Tänzers – everything is interesting! An dieser Stelle werde ich mit „Bewegungen…“ in Zukunft über alles was sich und vor allem mich bewegt schreiben.