Die Nacht im Baumhaus hat seine Spuren hinterlassen. Meine Beine sind insektenzerstochen, auf meiner Stirn macht sich ein fetter Sonnenbrand breit und mein T-Shirt ist durch die schwüle, feuchte Luft klamm.

Wirklich frisch fühlt sich anders an und doch fühle ich mich so erfrischt wie noch nie. Das Abenteuer Dschungel ist noch nicht vorbei. Wir verlassen an diesem Morgen zwar bereits um 7 Uhr unsere Unterkunft im Permai Rainforest aber auch nur um noch weiter in den Regenwald einzutauchen. Der letzte Tag in Malaysia steht an, aber wie sich später herausstellt, der beste Tag in dem Land, dem ich schon jetzt nur noch Gutes abgewinnen kann.

Wir fahren zurück über die Holperpiste, die uns bereits zum Permai Rainforest Ressort führte in die Zivilisation. Aber auch nur, um dann scharf links abzubiegen und vorbei an dutzenden Fischständen zum Bako National Park Terminal. Es ist das Tor zum Baku Nationalpark und damit ein weiteres Tor zum Regenwald. Der Baku Nationalpark ist zwar der älteste und kleinste Nationalpark auf Borneo und heißt in der Sprache der lokalen Bevölkerung Mangrovenwald. Dass das durchaus Sinn ergibt zeigt sich knapp 30 Minuten später, als wir bereits auf einem Schnellboot sitzend den unglaublich breiten Fluss abwärts fahren, an dem sich auf der rechten Seite bereits die ersten Mangrovenwälder im Wasser zu erkennen geben.

Während sich der kleine Kahn mit voller Kraft durch das zunächst braune und schließlich türkis-blaue Wasser schiebt, umfahren wir ständig im Slalom die vielen Konstruktionen der Fischer, die Ebbe und Flut nutzen um Fische zu fangen und sie wenig später am Bako National Park Terminal an Touristen und Einheimische verkaufen. Die Wellen unseres Bootes schwappen derweil in großen Bahnen in den Mangrovenwälder herein und brechen mit den Bäumen, welche zu diesem Zeitpunkt fast bis gar nicht im Wasser stehen. Noch ist Ebbe und das ist tückisch, wie uns unser Ranger wenig später erklärte. Boote können bei Ebbe nämlich schlecht im Nationalpark anlegen und ein kurzer Fußmarsch im Wasser ist unvermeidlich. Warum dies tückisch wäre hätte ich lieber nicht erfragt, denn in den Gewässern hier lauern neben seltenen pinken Delfinen auch gerne mal Krokodile, Schlangen und giftige Rochen.

Wir erreichen den ersten Ausläufer der einzigartigen typischen Klippen und werden kaum 30 Minuten später nach Start unserer Tour ein erstes Mal Zeuge der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Hoch oben an den Klippen springen an diesem Morgen die ersten Affen von Baum zu Baum während sie sich gegenseitig in einem ohrenbetäubendem Lärm duellieren. Wir halten kurz Inne, genießen das einzigartige Naturschauspiel, haben aber laut unserem Guide keine Zeit mehr um eine andere Affenart zu sehen, die keiner, wirklich keiner der den Park besucht auch nur verpassen will.

Also geht es mit dem Boot um die letzte Sandsteinformation in das seichte Wasser auf die Sandbank, die die Ebbe hier gerade offenlegt. Barfuß geht tief ins Unterholz, in dem uns plötzlich drei Wildschweine entgegen kommen. Der Guide weißt freundlich darauf hin, dass wir von diesen jedoch später Fotos machen können und deutet in die Baumkrone. Zwischen all dem grün der Mangroven entdecke ich plötzlich eine lange Nase und einen noch viel dickeren Bauch. „Oh mein Gott“ geht mir durch den Kopf und als ich einen Schritt weitere gehe entdecke ich sie auch schon. Es sind die wahrscheinlich witzigsten Wesen im Bako Nationalpark und wahrscheinlich auch die gefährdetsten: Nasenaffen!

Yes, jeder kennt Bilder dieser seltsamen Affen, doch wahrscheinlich nur die wenigstens haben sie schon gesehen. Ich stehe vor einer Gruppe von ihnen und beobachte in Seelenruhe, wie sie sich an diesen Morgenstunden den Bauch in der Baumkrone vollschlagen. Ich bin begeistert. Die Natur Malaysias hat mich komplett in den Bann gezogen. Drum kann ich es kaum abwarten bis ich vom Vorderland an der Küste mit all seinen Mangrovenwäldern tiefer in den dahinter liegenden Urwald darf, um die Menge an exotischer Tiere und Pflanzen zu erkunden, welche es hier noch gibt.

Vom Park Headquater nimmt uns unser Guide in den folgenden zwei Stunden mit auf einen der Wanderwege durch den 27 Quadratkilometer großen und damit relativ kleinen Park. Der Trail, den wir bis zum Ziel am Teluk Paku überwinden, ist allerdings einer der leichtesten und gerade einmal einen Kilometer lang. Warum dies zwei Stunden dauert, wird mir schmerzhaft deutlich als wir das Headquater verlassen. Während es zunächst über einige Stege über die Mangrovensümpfe geht, verlangt uns der darauffolgende Weg so einiges ab. Wir klettern durch enge Felsklüfte, besteigen von Wurzeln bewachsene Wege und hangeln uns an den Lianen entlang des Trails.

Es ist beeindruckend und ehrfurchtsvoll zugleich. Hier tief im Dschungel gelten andere Gesetze. Die Bäume unter denen wir uns den Weg durch den Urwald bahnen sind jahrhundertealt, die Pflanzen und Tiere die hier leben haben sich in Jahrtausenden an die extremen Bedingungen angepasst und wer hier nicht aufpasst, der kann der Natur natürlich auch schnell zum Opfer fallen. Unser Dasein auf dieser Erde verliert für mich an diesem Tag an Bedeutung und dennoch genieße ich jeden Moment. Ich genieße schließlich aber auch den Moment an dem ich das Dickicht dieses unglaublichen Ortes verlasse und in einer kleinen Bucht in feinstem Sandstrand auf türkisblaues Meer zulaufe.

In seichtem Wasser betreten wir unser Boot und verlassen diesen magischen und wirklich einzigartigen Ort. Natürlich tun wir das nicht, ohne ein letztes Mal am Highlight und Wahrzeichen des Nationalparks vorbei zu fahren: den Telus Pandan Cecil. Hier finden wir nur wenige Bootsminuten entfernt die berühmten und von Fotos bekannten Sea Stacks und Sandsteinformationen an dem sich Adler, Eisvögel, Meeresschildkröten und rosafarbene Delfine an und um den Klippen tümmeln.

Wenig später verlassen wir den Park. Natürlich nicht ohne meinen Blick noch einmal auf die Klippen, die Mangroven und den dahinter liegenden Urwald schweifen zu lassen. Es sind meine letzten Minuten im Park und meine letzten Stunden in Malaysia. Die letzten vier Tage haben mir den Atem geraubt. Jetzt sitze ich nur noch schweigend im Boot und versuche mir fest einzureden es ist nicht das erste und letzte Mal gewesen.

KOOPERATION

Die Reise nach Malaysia fand in Kooperation mit Tourism Malaysia und Singapore Airlines statt. Sämtliche redaktionell entstandenen Beiträge bleiben von der Kooperation unberührt.

Wir freuen uns über das tolle Programm und sagen Danke für die Einladung zur Reise!

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Singapore Airlines fliegt zweimal täglich ab Frankfurt, einmal täglich ab München und viermal wöchentlich ab Düsseldorf nach Singapur, dem Dreh- und Angelpunkt für eine Reise nach  nach Südostasien, Australien und Neuseeland, aufgrund der vielen Anschlussverbindungen.