DER ZAUBER AM ENDE DER WELT

Ich glaube, es war im Alter von 15 Jahren, als Australien in meinem Umfeld erstmals stärker präsent wurde. Grund und Anlass war eine Schulfreundin, die für ein Austauschjahr nach Brisbane, ca. 1,5 Flugstunden von Sydney entfernt, nach Australien zog. Zu jener Zeit lebte ich noch im Vogtland (Südsachsen), unter dem Wort Reisen verstand ich den jährlichen Sommerurlaub und die ein oder anderen Pfingstausflüge in Deutschland. „Weit weg“ begann für mich bereits ab 10 Kilometer – eine sechsstündige Autofahrt glich längst einer Weltreise. Ferner konnte ich es kaum fassen, wie ein Mensch eine derart lange Reise antreten kann.

Fast 20 Jahre ist das nun her! Heute lache ich darüber. So vieles hat sich verändert. Plötzlich scheint die Welt so nah beieinander. Menschen, Kontinente, Unternehmen – alle vernetzen und verfolgen sich oder nehmen tausende Follower direkt mit ins Abenteuer. Alles scheint ums Eck. Selbst in 16 000 Kilometern Entfernung seid ihr förmlich vor meinem imaginären Auge, obwohl uns ganze Kontinente trennen. Irgendwo am anderen Ende der Welt schreibe ich euch gerade diese Zeilen, will euch sagen, wie gut es mir geht, euch ermutigen in den Flieger zu steigen und die vielen Flugstunden in Kauf zu nehmen, um ein Teil dieses Zaubers zu werden.

Der Junge von damals, der einst kaum über den heimischen Tellerrand blicken konnte, umarmt heute die halbe Welt. Über 70 Länder habe ich besucht, unzählige werden noch folgen – doch so viel sei gesagt: Diese Reise werde ich so schnell nicht vergessen. Willkommen am finalen Ziel. Willkommen in Sydney.

BONDI TO BRONTI WALK

Ich war gerade mal eine Stunde da, knallte meine Taschen in die Ecke, rannte raus und rief ein Taxi. „I have to go to Bondi Beach!“, waren meine Worte. Wie ein Magnet zog sie mich an, die Küste von Sydney. Kommerzieller Meilenstein scheint ganz klar Bondi Beach zu sein, doch ist das erst der Anfang. Ein kompletter Hike entlang der Küste kann Stunden dauern, eine Bucht an der nächsten, kristallblaues Wasser überall, Wellen von denen ein Surfer nur träumen kann. Seit sechs Tagen bin hier – fast jeden Tag bin ich rausgefahren an den Strand. Nichts geht mir tiefer ins Herz, nichts brauche ich mehr. Allein der Gedanke, dass ich in nicht einmal mehr einer Woche darauf verzichten muss, will mir nicht in den Kopf. Es macht mich fertig. Warum? Weil es mich glücklich macht, auf sehr natürliche Weise. Wirklich erklären kann ich es nicht, doch fiel dieser Tage häufiger das Wort Soulfood. Genau das ist die Küste für mich – ein tägliches Elixier für die Seele.

PORT JACKSON

Vom Strand direkt in die Stadt: Port Jackson, auch Sydney Harbour genannt, ist der natürliche Hafen von Sydney. Es ist nahezu unmöglich ihn nicht zu erkennen. Sein weitverzweigtes Netz verbindet zig Meerengen und greift bis tief in die Stadt. Doch ist PJ vor allem für zwei Highlights berühmt: Die Wahrzeichen der Stadt, das Sydney Opera House und die Sydney Harbour Bridge. Unvergesslich! Einzigartig! Nicht verpassen!

BLUE MOUNTAINS

Die Blue Mountains sind ein Gebirge in New South Wales, deren Ausläufer circa 60 km westlich von Sydney beginnen. Aufgrund der Artenvielfalt der Eukalyptusbäume wurden große Teile des Gebirges zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt. Womit gleichzeitig der Zauber beginnt, denn der Name ist keine freie Erfindung: Die Blätter des Eukalyptus verdunsten ein ätherisches Öl, dessen feiner Nebel über den Bergen liegt. Dieser schimmert – wie sollte es anders sein – natürlich blau. In einem dreistündigen Hike durch die Blue Mountains konnte ich die Highlights einfangen.

Info: Meine Tour hieß Blue Mountains Deluxe Experience und hatte noch ein niedliches ADD ON im Schlepptau: einen Zwischenstopp im Featherdale Wildlife Park. Niedlich, niedlich, niedlich, war hier tatsächlich die Devise: Ob Koala, Kangaroo oder Wallaby. Ich hätte sie am liebsten alle mitgenommen.

OZ WHALE WATCHING

Es war bereits das vierte Mal, dass ich stundenlang auf dem Meer schipperte. Meine ersten Wale habe ich vor 4 Jahren in Neuseeland beobachtet, doch bricht die Faszination niemals ab. Auch hier in Sydney hatten wir Glück, nach zwei Stunden langem Warten schossen sie empor – in vollster Schönheit, die Riesen der Meere.

ALL GOOD

Es ist mittlerweile 03:00 Uhr nachts. Allmählich fallen mir die Augen zu, doch gehen die letzten Worte mit einem großen Strahlen raus. Freunde, die vier Wochen waren hart und intensiv, doch traumhaft und unvergesslich zugleich. Seit meiner Ankunft in Sydney ist mir jedoch bewusst, dass meine Tour bald ein Ende hat. Fünf volle Tage werde ich die Stadt noch genießen, bevor ich die 30-stündige Rückreise antrete. Ein wenig dreht sich mir der Magen um, denn wirklich gehen, will ich nicht. Zu vieles ist noch offen, so vieles gibt es noch zu sehen! Das ist immer so, ich weiß! Doch kann ich mich nicht entsinnen, wann ich das letzte Mal derart starke Spuren in einem Land hinterlassen habe.

“Wherever you go becomes a part of you somehow!”, sagte einst Anita Desai. Ein Zitat, das mich seit Jahren begleitet, möchte ich heute am liebsten über ganz Australien spannen. Denn im Vergleich zu den vielen Trips der vergangen Jahre, hatte ich auf dieser Tour erstmals wirklich Zeit, Zeit mich jenem Thema zu widmen, welches das eigentliche Herz jeder Kultur ist, den Menschen des Landes. Was bin ich dankbar für jede Minute und jeden einzelnen, den ich kennenlernen durfte. Vor allem meine letzten Tage in Sydney berühren mich auf privater Ebene sehr stark. Um vollkommen offen zu sein: Der Abschied fällt mir gerade sehr, sehr schwer. Vergeblich versuche ich das Glas halbvoll zu sehen, wirklich gelingen will es mir jedoch nicht.

Abreise = Ankunft: Es ist wie es ist, ich werde mich wohl nicht nur von einem faszinierenden Land, sondern auch von seinen Einwohnern verabschieden müssen. Also egal wie ich die Zeilen hier drehe und wende, leicht wird das nicht! Drum tue ich, was ich am besten kann – ich plane die nächste Tour. 2016 werde ich den Rest des Kontinents erobern, Süd- und Westaustralien sind noch offen und das Sunny-State-Konzept einer Außenstelle meiner Agentur geht mir seit den letzten 10 Tagen ohnehin nicht mehr aus dem Kopf. Mag sein, dass ich hier und jetzt good bye sagen muss, doch eigentlich, liebe Leser, habe ich gerade erst angefangen.

Dear Australia, you had me at hello.

MEHR

Die 4-wöchige Reise nach Australien findet in Kooperation mit Tourism Northern TerritoryQueenslandAustralia und Singapore Airlines statt. Sämtliche redaktionell erstellten Inhalte bleiben von der Kooperation unberührt. Wir danken für das einwandfreie Programm und die super Zusammenarbeit.

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Alle bisherigen Beiträge der Reise findet ihr hier.