Eigentlich musste Eric Pickersgill nicht viel tun, um eine Fotoserie mit enormer Wirkungskraft und viraler Reichweite zu kreieren. Der amerikanische Fotograf porträtierte lediglich Freunde und Bekannte in alltäglichen, uns allen bekannten Situationen der Smartphone-Nutzung- mit dem kleinen, aber entscheidenden Unterschied, dass er alle Geräte aus den Bildern entfernt. Zurück bleiben Menschen, die apathisch in ihre Handfläche starren.

Ist REMOVED, so der Titel seiner Serie, also auch wieder eines jener Projekte, die mit großmütterlichem Verve den Niedergang der Gesprächskultur und unsere allmähliche Verwandlung in Zombies herbei schreien?

Als seine Fotos in den letzten Tagen tausendfach geteilt wurden, sah sich Eric mit dem Vorwurf konfrontiert, ein Heuchler zu sein, denn schließlich würde sich seine Arbeit nicht einer derartigen Popularität erfreuen, wenn nicht überall auf der Welt Leute unablässig auf ihre Bildschirme starren, Newsfeeds checken und Likes verteilen.

Diese Kritik ist berechtigt, zielt aber gehörig an der Intention des Fotografen vorbei. Worauf die Serie- indem sie uns einen Spiegel vorhält- nämlich hinaus will, ist, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Smartphones langsam zu einem Teil unseres Körpers werden und ganz spezifische Verhaltensmuster und Posen hervorgebracht haben. Auch ohne den Gegenstand in den Händen der Abgebildeten zu sehen, schließen wir sofort auf die typische Körperhaltung des Smartphone-Users.

„In similar ways that photography transformed the lived experience into the photographable, performable, and reproducible experience, personal devices are shifting behaviors while simultaneously blending into the landscape by taking form as being one with the body.“

Alle Bilder und ein ausführliches Statement des Fotografen gibt’s hier.

 

 

 

 

 

 

Alle Fotos © Eric Pickersgill

 

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