Prince oder auch Princess Charming kommt auf einem weißen Pferd angeritten und rettet uns aus unserer Misere – ach, ne das war ja doch nur ein Disney-Film. Die Realität, meine Lieben, sieht nämlich ganz anders aus. Viel zu viele Menschen setzen ihr ganzes Glück auf DIE EINE PERSON. Die eine Person, die ihr Leben vollkommen machen soll. Die eine Person, die alle Probleme in einen Sack steckt und diesen aus dem Fenster direkt in den Müllcontainer wirft. Die eine Person, die uns endlich zu dem Menschen macht, der wir immer sein wollten, doch nie sein konnten, denn uns fehlte ja die eine Person. Viel zu oft höre ich den Satz: „Wenn ich nur jemanden hätte…“– doch was die meisten Menschen nicht bedenken, ist: Wie sollen andere Menschen einen glücklich machen, wenn nicht einmal man selbst das kann? Wir müssen lernen allein sein zu können und was noch viel wichtiger ist – allein glücklich sein zu können.

Damit möchte ich jetzt nicht sagen, dass jeder sofort seine sieben Sachen packen und auf eine einsame Insel ziehen und dort ausharren sollte, bis man endlich glücklich ist. Doch für mich ist es ebenso unlogisch, sein Glück von einem einzelnen anderen Menschen abhängig zu machen. Natürlich ist es wunderschön zu lieben und geliebt zu werden, schöne Momente zu teilen und jemanden zu haben, der für einen da ist, wenn es einem schlecht geht. Und manchmal erwische ich mich auch selber dabei, wie ich dumm grinsend alleine in der U-bahn sitze, weil mich allein der Gedanke an eine Person richtig dämlich glücklich macht. Und manchmal wünsche auch ich mir, mein Profilbild auf Facebook in das kitschige Knutsch-Foto vor dem rosa-roten Sonnenuntergang zu wechseln. Der Welt zu beweisen, dass ich geliebt werde und somit in der Auffassung von vielen deshalb also auch glücklich sein muss.


„Auch der tollste Mensch der Welt wird einem nicht das ewige Glück bescheren, wenn wir nicht mit uns selbst im Reinen sein können.“


Doch Glück kommt nicht von jemand anderem, Glück kommt, wenn man sich dafür entscheidet glücklich zu sein. Auch der tollste Mensch der Welt wird einem nicht das ewige Glück bescheren, wenn wir nicht mit uns selbst im Reinen sein können. Denn ratet mal was nach den ersten wunderschönen Wochen der Verliebtheit passieren wird? Die Probleme, die vorher schon an uns nagten, werden nicht wie durch Zauberhand durch diese neue Person in unserem Leben verschwinden und unsere Sorgen von damals werden wieder heimlich zurück in unseren Alltag schleichen. Und wie reagiert der Mensch aus reinem Selbstschutz? Na klar, der neue Partner ist Schuld an unserem Unglück!

Die meisten von uns – darunter auch ich selber – bemerken oft nicht einmal, dass wir unterbewusst unseren Problemen aus dem Weg gehen und die Schuld an unserem Unglück immer bei anderen, uns nahestehenden Personen oder gewissen Umständen suchen. Viel zu oft steckt man in Situationen, in denen man seinen Frust auf seine Liebsten projiziert und sich die Probleme, die man eigentlich mit sich selber hat, auf die Beziehung zu anderen auswirken. Und leider gibt es auch viel zu viele Menschen, die gar nicht wirklich glücklich sein wollen, sondern sich lieber in ihrem Dauer-Unglück suhlen. Da kommt ihnen die fehlende Liebe ihres Lebens natürlich gerade recht als Ausrede dafür, sich weiterhin nicht mit dem eigentlichen Kern seines Unglücks zu beschäftigen. Der „ach so nervige“ Partner oder auch der Ex-Partner, der einen verlassen hat und dem man dann ein Leben lang hinterhertrauern kann und nie wieder „in der Lage sein wird, eine feste emotionale Bindung mit einer anderen Person einzugehen“, sind übrigens auch super Ausreden um nicht glücklich sein zu müssen.

Deshalb müssen wir lernen, uns mit unseren Problemen auseinander zu setzen, uns selbst und unser Handeln zu reflektieren und Verantwortung für uns und unser glücklich werden übernehmen. Und das ist nicht immer einfach, denn Selbstreflektion bedeutet gleichzeitig sich selbst Fehler einzugestehen und vielleicht aufzuhören sich an gewisse Vorstellungen zu klammern, die einfach nicht der Realität entsprechen. Man muss sich bewusst werden, dass man selbst auch nicht perfekt ist. Und genau das akzeptieren und daran arbeiten sich selbst zu verbessern, statt zu versuchen, die Menschen in seinem Umfeld für sein Glück oder Unglück verantwortlich zu machen.

Zufriedenheit findest du nicht bei Mr. oder Mrs. Perfect. Wahre Zufriedenheit findest du nur in dir Selbst. Also schwing dich auf dein weißes Ross und nimm dein Glück endlich selbst in die Hand!