THE FEAR OF PUBLIC SPEAKING | #BEFEARLESS

Irgendwo in Dubai. Ein verlassenes Theater. „Komm mit Norman, du kannst dich ins Publikum setzen, dann bist du live dabei!“ – so der Regieassistent. Er führt mich in einen weinroten, stillgelegten Salon. Um mich herum etwa 50 Protagonisten, die als Füllmenge gleich die Kinozuschauer stagen werden. Insgesamt wuselt hier ein Team von rund 100 Menschen. Allesamt sind sie in die Arabischen Emirate gereist: Entscheider aus Korea, Deutschland und Russland. Produzenten, Werber, Medienschaffende oder Berater – seit Monaten haben sie auf diesen Moment hingearbeitet, in wenigen Minuten ist es soweit. Die Stimmung ist aufgeladen. Viel Aufregung. Auch Anspannung und Stress machen sich breit. Doch bisher ist alles im grünen Bereich.

Es geht nur noch um Sekunden. Eine Moderatorin betritt den Raum. Sie ist äußert attraktiv. Perfekt gecastet – sieht aus wie Halle Berry. Sie bittet um Ruhe. „Ihr wisst, sie hat keine Ahnung, was gleich passiert!“- tönt die Schönheit. Gleich geht’s los! Alle Kamera-Leute stehen zielgerichtet, alle Zuschauer sind korrekt platziert. Die gesamte Crew wartet jetzt. Alle warten auf sie. Sie, das Mädchen auf der anderen Seite des Vorhangs. Keiner kennt sie. Die Unbekannte. Nur ihren Namen wissen wir. „Ihr Name ist Franziska. Franziska aus Deutschland.“ – so die Moderatorin. Und noch etwas ist bekannt: Franziska hat Angst. Sehr große Angst. Angst in der Öffentlichkeit zu sprechen. Das war schon immer so. Die Bühne ist ihr Feind. Nicht nur im Theater, sondern auch in der Öffentlichkeit und im alltäglichen Leben. Später wird sie erzählen, dass sie selbst in der Schule immer hoffte: „Liebe Lehrer, ruft mich besser nicht auf!“ und versteckte sich hinter den Mitschülern.

Doch was gleich auf sie wartet, wird sie niemals vergessen. Ganz einfach, weil sie gar nicht weiß, was passieren wird. Denn Franzi ist Teil der #BeFearless Kampagne von Samsung. Ein lang angelegtes Projekt des Tech Giganten, das helfen soll, Ängste mittels modernster Technologien in der virtuellen Realität zu überwinden.

Vor knapp zwei Monaten stimmte sie zu, ihre Ängste im öffentlichen Raum zu teilen und unterzog sich mit fünf weiteren Teilnehmern einem virtuellen 14-tägigen Training. Hinter einer VR-Brille lernte sie Schritt für Schritt den Umgang mit der nicht realen Welt. Sie führte ein virtuelles Leben; ein Leben hinter zwei Gläsern: Franzi ging digital spazieren; besuchte das Kino, erlebte das Urlaubshotel, besuchte öffentliche Plätze und sprach mit nicht realen Menschen in einer zu 100 % computergenierten Wirklichkeit. Doch stand von Anfang an fest, dass sie die Brille irgendwann abnehmen muss, dass der Zeitpunkt kommen wird, in dem aus virtuellen, echte Menschen werden. Dieser Zeitpunkt ist heute.

Franziska steht hinterm Vorhang und hat keine Ahnung, was passiert. Der Vorhang fällt! Die Brille wird ihr abgenommen! Bis eben dachte sie, hier wird nur ein Spot gedreht. Den halben Vormittag verbrachte sie damit den Text zu lernen. Jetzt ist alles anders. Vor ihr 50 Fremde. Menschen, die sie noch nie gesehen hat. Die Moderatorin holt sie fünf Meter nach vorne, das Publikum applaudiert. „Welcome to #BeFearless!“ Nicht nur Franzis Herz rast, auch meine Aufregung ist deutlich spürbar. Obwohl ich nicht auf der Bühne stehe, dieses Mädchen noch nie gesehen habe, kann ich ihre Angst spüren. Hat das Projekt funktioniert? Schafft Franzi den Schritt in die Realität, wird sie die Bühne nutzen oder gleich wieder verlassen?

Franzi bleibt stehen! Sie formt die linke Hand zu einer Faust und legt sie in die rechte. Sie stellt sich vor. Ihre Stimme zittert: „Hi I’m Franzi. I’m 19 years old and I’m from Berlin!“ Sie erzählt dem Publikum die komplette Geschichte. Von der Schule, über ihr Studium bis hin zu den Ängsten in der Gegenwart. Über all die Momente, in denen sie gerne etwas gesagt hätte, es aber nie konnte. Sie hat sich nicht versprochen. Nicht einmal. Sie schaut die Menschen an, mal viele, mal einzelne ganz gezielt. Einmal lacht sie sogar. Das gefällt mir. Das Zittern hat sie längst verloren. Ihre Hände schwitzen nicht mehr. Ihr Gesicht strahlt. Das Publikum applaudiert. Stolz erfüllt den Raum. Ein Moment aus purem Gold: #BeFearless funktioniert. Franzi hat die Angst überwunden. Sie hat sich nicht versteckt. Sie blieb stehen. Sie sprach. Zu sich. Zu anderen. Ohne Brille.

Hut ab, Franzi.

THE FEAR OF HEIGHTS | #BEFEARLESS

Tag Zwei in Dubai auf den Terrassen des Sheraton: „Wann erfahren wir, was genau auf uns zukommt?“ – fragt Fynn. „Etwa 30 Minuten vorher!“ – wird kurz bestätigt. Fynn ist wie Franzi Kandidat von #BeFearless. Er hat jetzt Zeit. Viel Zeit. Es ist 10:00 Uhr vormittags, sein Auftritt ist um 13:30 Uhr. Kurz: Es bleiben drei Stunden. An sich auszuhalten. In Angst gemessen jedoch schier endlos. Minuten werden zu Stunden, Stunden zu Tagen.

Wir befinden uns in der zweiten und finalen Phase der Samsung #BeFearless Kampagne. Hatten gestern drei Kandidaten ihre „Fear of Public Speaking“ überwunden, dreht sich heute alles um „Fear Of Heights“. Circa jeder fünfte Mensch leidet darunter, doch nur die Wenigsten so wie Fynn.

Er ist nervös. Kein Wunder! Wir sind in Dubai! Es protzen die größten, doch vor allem die höchsten Gebäude der Welt. Alles unter 300 Meter wird von den Emirates belächelt. Also. Was wird passieren? Springe ich aus einem Hubschrauber? Hänge ich an einem Seil? Oder putze ich die Fenster am Burj Kalifa? Von außen. In 800 Meter Höhe? Nicht nur Fynns Gedanken kreisen. Höhe macht jedem Angst. Wie sollte es anders auch sein, der Mensch hat nun mal keine Flügel. Außer vielleicht Jason Paul, der weltbekannte Freerunner und Mentor dieser Kategorie. Wir hatten ihn im Interview – Angst kennt er nicht, die findet bei ihm „… so nicht statt!“ Doch bleibt er eine Ausnahme. Was gleich passieren wird, geht der absoluten Mehrheit ordentlich unter die Haut.

Es ist mittlerweile 12:00 Uhr mittags. Fynn und die Crew besteigen den Bus zur Location. In 30 Minuten wird er wissen, was Sache ist. Und tatsächlich: Der Van fährt Richtung Burj Khalifa (BK), dem höchsten Gebäude der Welt. Mit ihm tauschen will jetzt keiner mehr – es geht definitiv hoch hinaus.

Am Fuß des Glasgiganten fallen die Hüllen: Der Blick richtet sich auf ein Hochhaus, rechts vom BK. In etwa 400 Meter Höhe befindet sich eine Seilbahn. Sie ist in privater Hand und steht der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung. Extra und nur heute nimmt sie den Betrieb auf. Von dort spannt sich ein endloses Drahtseil über die künstliche Wasser-Welt zum Burj Khalifa. Hier wird es stattfinden. Nein, Fynn wird nicht springen. Es werden auch keine Fenster geputzt. Fynn wird fliegen. Fliegen, wie ein Vogel.

„Willst du auch Norman?“ Meine Antwort innerhalb einer Millisekunde: „Nein. Definitiv nicht!“ Ich will nicht. Ich kann nicht. Meine Antwort ist und bleibt ein einfaches „Nein“. Was Fynn dort oben durch den Kopf geht, mag ich mir in den kühnsten Träumen nicht vorstellen. Höhenangst ist mit Abstand die mächtigste von allen. Sie bricht herein, oft ohne Vorwarnung.

Fynn ist auf dem Weg nach oben. Keiner weiß, was passiert. Ich liege auf dem Rücken. Unter mir warmer Beton. Über mir, die Silhouetten der weltgrößten Gebäude. Im 180° Winkel ist die Kamera nach oben gerichtet. Seit 15 Minuten verharre ich in dieser Position. Meine Finger sind längst taub. Sollte er wirklich springen, bleiben maximal 1,5 Sekunden alles einzufangen.

Er springt! Ohne Brille! Auf dich, Fynn!

VON DER VIRTUELLEN WELT INS REALE LEBEN - DAS EXPERIMENT #BEFEARLESS

Eine der wohl experimentellsten Produkt-Kampagnen findet unter der Sonne Dubais ein strahlendes Ende. Ich habe alle Kandidaten getroffen, nicht einer hat die Herausforderung abgelehnt. Ob allein in schwindelerregender Höhe oder unter Vielen auf der Erde. Es ging hoch hinaus – nicht nur über die Grenzen der Teilnehmer. Die Kampagne ist in der Konzeption, Umsetzung und Sensibilität sicher eine der aufwändigsten ihrer Art, doch spricht das Ergebnis klare Worte.

Gemeinsam mit Lucas, Fynn, Emilie, Franzi, Anna-Madita und Michael sind wir in die Wüste gereist – von zweien habe ich euch erzählt, auf alle sind wir stolz!

Traut euch Freunde – zu was auch immer. Versteckt euch nicht. #BeFearless.

MEHR

Die #BeFearless Kampagne könnt ihr live auf InstagramFacebook und Twitter von Samsung sowie gebündelt auf der Wall verfolgen.