„Ham wa nich…dit jeht nich so schnell…ick weeß et nich…müssen se selbst kiek’n, wa!“ – Servicewüste Deutschland trifft auf Berliner Schnauze – wer in der Gastroszene der Hauptstadt satt werden will, braucht oft ein ganz schön dickes Fell. Zwar wird der Service auch in Berlin gefühlt freundlicher und aufmerksamer, aber zu oft sitze ich noch verdutzt im Restaurant und warte eine kleine Ewigkeit auf mein Essen, werde von einer kalten Schulter ignoriert oder kurzangebunden „beraten“ – wenn man überhaupt von Beratung sprechen kann.

Eine willkommene Ausnahme erlebte ich bei meinem Besuch des Beef Grill Club by Hasir an einem Samstagabend vor zwei Wochen. Ob der Aufmerksamkeit und Gastfreundschaft des Personals fühlte ich mich direkt an meinen Aufenthalt in Istanbul zurückversetzt. So wurden wir herzlich von Tarkan Mut, dem Director of Operations der Hasir Group mit einem Aperitif begrüßt und kurz in die Geschichte des Familienunternehmens eingeweiht. So kannte ich zwar den traditionellen Hasir Grill und auch den Hasir Burger am Kotti, jedoch war mir nicht bewusst, dass mittlerweile 15 Restaurants in ganz Berlin mit unterschiedlicher Küche ansässig sind. Und bis heute hilft die Hasir-Familie tatkräftig mit!

 

Nach der freundlichen Begrüßung geht es los mit den klassischen Aufmerksamkeiten, wie Brot, Olivenöl und Oliven. Der Brot-Check bringt leider nur ein okayes Ergebnis, die Oliven schmecken jedoch super. Man empfiehlt uns währenddessen die Speisen für unser anstehendes Essen und wir blättern in der gut sortierten, aber nicht zu großen Karte. Für den Hauptgang wird uns das Chateaubriand empfohlen, mit dem ich auch schon geliebäugelt hatte, da am gleichen Tag ein besonders schönes Stück Fleisch eingetroffen sein. Gesagt, getan – danke für die kompetente und freundliche Beratung. Immer an unserer Seite ist Sommelier Giacomo, der für jeden Gang den passenden Wein parat hat.

 

 

Auf Empfehlung starten wir mit einem pikanten Tartar, welches frisch am Tisch für uns zubereitet wird, geröstetem Brot und einem türkischen Bauernsalat. Bei diesen klassischen Speisen bemerkt man schnell die türkischen Wurzeln des Hasir-Restaurants.

 

 

Nach einer kleinen Pause geht es weiter mit den 500g medium-gegrilltem Chateaubriand, getrüffeltem Kartoffelpüree, gedünstetem Babyspinat mit Zwiebelchen und dazu Pfeffersauce und Sauce Béarnaise. Das Fleisch war super zart und perfekt gegrillt, das Kartoffelpüree sehr lecker und die Saucen der Knaller. Das Urteil meines Freundes – selbsternannter Béarnaise-Connaisseur – über die Sauce fiel durchweg positiv aus und er hat sie in seine Top 5 aufgenommen.

 

Zum krönenden Abschluss folgte ein kleiner Querschnitt durch die Dessertkarte, bestehend aus New York Cheesecake, Baklava und Schokoladenmousse. Ein Glück hatte Giacomo das passende Digestif parat, sonst hätten wir eher rollend als laufend den Beef Grill Club verlassen. Vielen Dank für die Einladung zu einem schönen Abend!

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Das Restaurant in 5 Wörtern: Gastfreundschaft, Fleisch, entspannt, Holz, durchgestylt

Mein Highlight: Die Sauce Béarnaise zum zarten Chateaubriand

Wie viel Hunger sollte ich mitbringen: Gerne mit ordentlichem Appetit herkommen, die Portionen sind sehr großzügig bemessen. Besonders wenn man mehrere Gänge isst – ich bin fast hinausgerollt. Entsprechend sollte aber auch genügend im Portemonnaie vorhanden sein.

Mit wem würdest du hier herkommen: Mit einer Gruppe von Freunden. Die Atmosphäre ist sehr einladend und es kann auch etwas lauter hergehen.

Beef Grill Club

Kurfürstendamm 72
Am Adenauer Platz
10709 Berlin
 
Am Leipziger Platz 12 Quartier
10117 Berlin
 
Französische Str. 30
Am Gendarmenmarkt
10117 Berlin
 
Speisekarte