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Man kennt sie, diese Tage an denen einfach alles kalt, grau und trist ist und man sich sofort unter der Bettdecke verkriechen will. Ein leider allzu oft erlebtes Phänomen, besonders im leider oft allzu grauen Berlin. Ich tendiere an solchen Tagen ja dazu mich von Frühstück zu Snack, über das Mittagessen, zu mehr Snacks und schließlich zum Abendessen zu hangeln. Essen ist Balsam für die Seele und manchmal braucht man nur ein bisschen Amore Italiano um wieder glücklich zu sein.

An genau so einem grauen Tag machte ich mich mit dem lieben Thang (danke für die tollen Bilder!) und unserer Freundin Tandiss auf zum (mehr oder weniger) neuen Stylo-Szene-Italiener BOSCO in unserer gemeinsamem Hood, dem schönen Wrangelkiez. Hier ist das Revier von Jacopo Ghiggini, dem alten Chef de cuisine des beliebten doch geschlossenen Da Baffi im Wedding.

Die Atmosphäre im BOSCO ist dank dem Mix aus modernen Mid-Century-Elementen wie dem großen Neonleuchtschriftzug, den Kupferlampen sowie den zusammengewürfelten Teak-Möbeln und auf der anderen Seite eher aus angestaubten Trattorias bekannten Accessoires, wie der Leopardenstatue, alten Bilderrahmen, verschnörkelten Weinregalen und (Plastik?!)-Efeuranken, doch ziemlich einzigartig. Hört sich erstmal schräg an, doch das Konzept geht im BOSCO wunderbar auf und wirkt sehr einladend.

Um ehrlich zu sein liegt unser Restaurantbesuch schon eine ganze Weile zurück und diese Folge von #wiebseats ließ ganz schön lange auf sich warten – mi scusi amici! Drum will ich gar nicht lange schwafeln, sondern nehme euch lieber mit diesen wundervollen Bildern mit auf ein Häppchen südländischer Köstlichkeiten mit modernem Twist. Denn eines soll euch gesagt sein: Hier lohnt sich ein Besuch alle male – dank wechselnder Karte, gerne auch öfter.

Wir legen los mit einem anständigen Glas Weißwein – auf super Beratung und Empfehlung der lieben Kellnerin hin!

Mhmm Antipasti: Hier zu sehen eine Karotten-Orangen-Variation mit Haselnuss. Die Aromen harmonieren sehr gut miteinander und die verschiedenen Texturen (roh, gebacken, püriert, cremig, geraspelt) sind sehr interessant. Insgesamt ist das ganze vom Geschmack her sehr erdig, aber keinesfalls nur für Kaninchen geeignet.

Und was folgt traditionellerweise auf die Antipasti? Klar, Primi – also Pasta, Pasta, Pasta. Ich hab mich – ist ja wohl klar wie Kloßbrühe – für die hausgemachten Taglioni mit schwarzen Trüffeln und Parmigiano Reggiano entschieden. Man möge sich nur das Bild anschauen und dahinschmelzen. Truffles for the win!

Um noch Platz für den Nachtisch zu lassen, habe ich den Secondi übersprungen. Im Bild seht ihr Thangs Hauptgang: Fisch meets Spinat.

Sharing is caring und deshalb haben wir direkt mal zwei Dolci für unsere kleine Runde bestellt. Was ein bisschen aussieht wie ein Maulwurfshaufen, ist in Wahrheit eine Schokoladenvariation bestehend aus Canneloni dolci, Keksbröseln und Mousse. Gerne hätte ich mich wie ein Maulwurf darin vergraben – YUMMY!

Ok Leute, kommen wir zum absoluten Highlight! Habt ihr schonmal eine Minestrone zum Dessert gegessen? Ich auch nicht! Solltet ihr aber schleunigst ausprobieren, denn es ist der absolute Wahnsinn! Das Dessert ist zwar nicht ganz so flüssig wie die beliebte italienische Gemüsesuppe, aber Karotten und Sellerie sind enthalten. Dazu kommen Blaubeeren, Himbeeren, Kiwi, Apfel und Haselnussstücke in einer gelartige Fruchtsoße. Erstmal total gewöhnungsbedürftig, aber bei jedem Bissen eine neue (ich verabscheue dieses Wort eigentlich, aber hier passt es) Geschmacksexplosion!

Nach diesem Menü voller Amore ist die Welt doch nicht mehr ganz so grau und trist. Grazie BOSCO!

SHORTCUT

Das Restaurant in 5 Wörtern: Stylish, italiano, gehoben, überraschend, supermegalecker

Mein Highlight: Die unbeschreibliche aber wunderbare Gemüse-Frucht-Minestrone

Wie viel Hunger sollte ich mitbringen: Für ein Menü sind die einzelnen Portionen sehr gut bemessen – man sollte aber schon mindestens zwei Gänge bestellen um satt zu werden. Das Vergnügen ist wiederum nicht ganz günstig, auf jeden Fall für die gewohnte Preislage des Kiezes.

Mit wem würdest du hier herkommen: Hipster-Foodie-Freunden oder auch la famiglia

BOSCO

Wrangelstraße 42
10997 Berlin

Speisekarte