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Unser erster gemeinsamer Beitrag aus Istanbul soll natürlich nicht ganz auf Türkisch erscheinen. So weit sind wir noch nicht und damit würden wir den wenigsten von euch einen Gefallen tun. Fangen wir trotzdem mit einem ‘türkischen’ Wort an, das, wie die berühmte Bosporus-Brücke zwischen Europa und Asien, zwei Seiten miteinander verbindet, zwei Sprachen, zwei Kulturen, zwei Schreibweisen: Vasistas. Genau, was ist das? Dieses Wort, welches sich seinen Weg aus dem Französischen ins Türkische gebahnt hat, ursprünglich jedoch dem Deutschen entnommen wurde, beschreibt im Türkischen ein kleines Kippfenster, wie man es zum Teil heute noch über einigen Türen oder in Dachgeschossen findet. Nicht mehr nicht weniger. Dafür ist es eines der Wörter im Türkischen, die sofort bei uns Anklang fanden und uns neben şıpıdak, Şumaher oder şinitsel an die Heimat erinnert. Soweit erstmal. Doch was ist das hier eigentlich? Worum geht es hier überhaupt? Damit wollen wir beginnen. 

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Vor nunmehr knapp zwei Jahren verließen Deniz und ich (Lev) das Berliner Agenturleben und machten uns auf nach Istanbul. Einfach so. Aber warum? Diese Frage stellen uns hier seitdem viele. Wir uns manchmal auch. Wieso verlässt man eigentlich das heimelige Berlin und zieht ins ziemlich fremde Istanbul? Schieben wir es erst einmal aufs Bauchgefühl, im doppelten Sinne, denn das Essen hier ist einfach çok lezzetli (sehr lecker). Natürlich hatten wir im Vorhinein beide schon erste Erfahrungen mit und in Istanbul gesammelt und waren schlichtweg fasziniert von dieser gigantischen Stadt, ihren größtenteils liebenswerten Menschen, der türkischen Küche und der bildhaft schönen Sprache, dem Schlüssel zur Kultur. Mit Englisch kommt man nämlich hier nicht weit. Und wir waren beeindruckt von der Spontanität der Türken, ihrem unvergleichlichen Geschäftssinn, ihrer Gelassenheit vor großen Entscheidungen und ihrer ‘geh es einfach mal an’-Mentalität, von der wir uns eine Scheibe abschneiden wollten. Tatsächlich gibt es viel zu viele Gründe warum wir uns in Istanbul verliebt und unser Leben hierher verlagert haben. So gesehen ändert sich die Antwort auf das ‘Wieso’ von Tag zu Tag im Zuge unserer alltäglichen Erfahrungen, Fortschritte und manchmal auch Rückschläge.

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Kurz, es tut sich hier wahnsinnig viel und davon möchten wir euch in dieser monatlichen Kolumne berichten. Vasistas? Genau! Das hier ist sozusagen unser kleines Kippfenster nach Istanbul. Hier möchten wir euch Schräges und Bemerkenswertes vorstellen. Dazu gehören natürlich eigene Empfehlungen, persönliche Portraits und kritische Reflexionen im Spannungsbogen unserer Erlebnisse und Erkenntnisse als Ein- und Auswanderer. Denn auch wir sind ununterbrochen dabei uns und unser Umfeld, unser Wertesystem sowie die täglichen Ereignisse hier vor Ort zu hinterfragen und zu interpretieren. Doch das Ganze soll auch einen Lernfaktor beinhalten. Wir möchten euch ebenso die türkische Sprache näherbringen, damit ihr bei nächster Gelegenheit euren Taxifahrer, Dönermann oder Kumpel mit dem ein oder anderen Spruch beeindrucken könnt. Deshalb heute schonmal ein kurzer Crashkurs zur korrekten Aussprache: 

Das türkische Alphabet ist dem Römischen sehr ähnlich und das tolle im Türkischen ist, dass jedes Wort genauso ausgesprochen wird, wie es geschrieben wird, Konsonant um Vokal um Konsonant. Die folgenden Buchstaben, bzw. Aussprachen, solltet ihr trotzdem auf dem Schirm haben: 

c: dsch wie beim Dschungel

ç: tsch  wir beim Chat oder beim Chachacha

ğ: auch bekannt als stilles ‘g’, oder als Dehnungs ‘h’, wie beim ge’en

i: wie der Igel

ı: wie das Internet

j: wie Jeanette

s: wie Santana oder lispeln

ş: wie Schiebedach

v: wie Wahnsinn

y: wie ‘jut jeht’s’

z: wie Sonne

Und jetzt scrollt ihr einfach nochmal zum ersten Absatz hoch und lest die aufgelisteten türkischen Wörter laut vor. Dann kommt ihr sicher schnell auf die ursprüngliche Bedeutung im Deutschen. İyi eğlenceler ve kolay gelsin! (viel Spaß und möge es einfach gehen) 

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Istanbul from idil ar on Vimeo.