Mimi lebt den Traum einer Generation Frauen, die Emanzipation nicht anhand der Summe auf dem Gehaltsscheck oder dem Titel auf der Visitenkarte ausmachen, sondern ihr eigenes Ding durchziehen. Frauen, für die Mutter sein keine Bürde ist und die sich bewusst auf vergessene Werte besinnen. Sieben Kinder, 14 Hunde, ein Schloss im Südwesten Frankreichs und bald auch ihr eigenes Restaurant: Mimi kocht für ihre Familie und Freunde, trägt Schürze, läuft Barfuss. Nebenher ist sie unaufdringlich schön und serviert Hummer und Austern mit einer Leichtigkeit als handle es sich um Toast mit Philadelphia. Sie verkörpert all das, was Kritiker von Magazinen wie „The Kinfolk“ oder Blogs wie „Local Milk“ in Rage bringt: Das hübsche Weibchen, dass von ihrem Fotografen-Bilderbuch-Ehemann in Szene gesetzt wird und dafür sorgt, dass die Vorzeigefamilie nicht nur fein diniert, sondern auch wie aus dem Ei gepellt aussieht. Sei es beim Besuch auf dem nächstgelegenen Weingut oder hinter dem historischen Kohleofen. Schon hat man tradierte Rollenmuster im Hochglanzformat.


Aber tut man ihr vielleicht unrecht, wenn man ihr vorwirft, sie würde den Frauen von heute ein Märchen vorgaukeln und eine längst überholtes Frauenbild glorifizieren? Ihr, dem Mädchen, das behauptet, in ihrem Herzen pulsieren die Rhythmen, Geräusche und Bilder von HongKong und Paris? Und, schmeckt ihr Essen eigentlich wirklich so gut?

Zu gerne würde ich mich von Mimi mit luftgetrocknetem Schinken einwickeln und von Litern französichem Weins besäuseln lassen um einen ganz privaten Blick hinter die hochpolierten Kulissen ihres Chateaus zu werfen und auf Hühnerherz und -niere zu prüfen was es eigentlich auf sich hat mit dieser glamourösen Lust aufs Land.

#irefTREFFER

Wen wollte man schon immer mal treffen? Einen Promi, ein zu früh verstorbenes Familienmitglied oder den Charakter eines Disneyfilms – hier darf geträumt werden.