Ein Raum voller Lobbyisten und Offiziellen aus der Wirtschaft tanzen einen „feierlichen Kreistanz“ für erneuerbare Energien. Das klingt erstmal unwahrscheinlich, ist aber der Höhepunkt des gestern auf der Berlinale vorgestellten „The Yes Men Are Revolting“, dem mittlerweile dritten Dokumentarfilm über das amerikanische Aktivistenduo.

In jener Szene stellt einer der Yes Men als „Benedict Waterman“, Vertreter des US Department of Energy einen revolutionären neuen Energieplan zum direkten Übergang zu erneuerbaren Energien bis 2030 vor und überträgt die Rechte daran den amerikanischen Ureinwohnern, sozusagen als Reparationszahlung für den an diesen begangenen Genozid. Nach „Waterman“ betritt „Bana Slowhorse“, Vertreter des „Bureau of Indian Affairs“ die Bühne und ruft den Raum voller Lobbyisten zum gemeinsamen rituellen Kreistanz auf. Und es funktioniert. Die Anwesenden, darunter ein Navy Admiral im Ruhestand und ein republikanischer Kongressabgeordneter, tanzen im Kreis und tragen „native headbands“ mit kleinen amerikanischen Flaggen in Form von Windmühlen darauf. Lobbyisten, die sich tanzend dem Klimaschutz verpflichten und dabei noch die eigene Unkenntnis beziehungsweise die eigenen rassistischen Vorurteile gegenüber der Kultur amerikanischer Ureinwohner vorführen, das ist schon großes Kino. Da ist das, was den Yes Men nach dem Film im Saal gelang, schon fast einfach. Aber dennoch:


Den Trailer zum Film gibt es hier:

 

Bilder © Berlinale