Facebook-User Cody Paul war sichtlich verwirrt, als er zum ersten Mal Bilder von Captain Phasma zu sehen bekam, einer Art Elite-Sturmtruppen-Soldatin, portraitiert von der wunderbaren Gwendoline Christie im neuen Star Wars: The Force Awakens. Er konnte beim besten Willen nicht erkennen, dass es sich bei dieser Figur um eine Frau handeln soll. Und das muss man schließlich, oder? Wahrscheinlich wurde Cody eher so mit weiblicher Rüstung sozialisiert:



Da fällt die Umstellung schwer. Tatsächlich wäre eine Rüstung mit ausladender „Brustpanzerung“ im Kampf mehr als unpraktisch, ja mitunter tödlich, wie dieser Artikel auf tor.com erklärt. Aber man muss es Cody nachsehen. In der klassischen Star-Wars-Trilogie gibt es genau eine wichtige weibliche Figur, nämlich Prinzessin Leia. Und nachdem die zwei Filme lang daran gearbeitet hat, als einzige Frau im Universum Profil zu entwickeln, ohne dabei Haut zeigen zu müssen, wird sie in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ dann doch noch in Stahlunterwäsche von einem überdimensionalen Penis an die Kette gelegt.



Leia-Darstellerin Carrie Fisher lehnte die Art und Weise, wie mit ihrer Figur verfahren wurde, bereits in den Achtzigern ab und begrüßt den Mut zu mehr Weiblichkeit im neuesten Ableger des Star Wars Franchises. Die achtjährige Britin Izzy Cornthwaite sorgte jüngst dafür, dass Darth Vader-Kostüme zukünftig unisex vertrieben werden und machte so möglich, dass zukünftig auch kleine Mädchen in die Rolle einer dunklen Lady der Sith schlüpfen können. „Luke, I’m your mother!“ Star Wars ist ein großes Kulturgut unserer Zeit, umso wichtiger ist es, dass möglichst alle in der weit, weit entfernten Galaxis eine Repräsentation finden.  In „The Force Awakens“ gibt es nicht nur endlich mehrere Protagonistinnen (und keine davon in einem Metalbikini), eine von ihnen spielt sogar die Hauptrolle!


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Und das in hochgeschlossenem Kostüm, dessen Stoff im Kampf nicht so zerrissen wird, dass zufällig sexy Körperteile zu sehen sind. 



Apropos Repräsentation, es gibt auch eine schwarze Hauptfigur, die kein doppelzüngiger Space Pimp à la Lando Calrissian ist, sondern der Lichtschwert schwingende Protagonist.


 

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Regie führt mit J.J. Abrams übrigens jemand, den viele Amerikaner seit seiner Unterstützung der Occupy-Proteste als einen unverbesserlichen Liberalen in Verdacht haben. „Goodbye, good old sexy racist Star Wars!“ Man hätte es ahnen müssen.