Ostern ist eines der wichtigsten Feste im Christentum. An diesen Festtagen soll an die Auferstehung Jesu erinnert werden, der nach seiner Kreuzigung von den Toten wiederauferstanden sein soll. Während manche zu Ostern einfach ihre freien Tage genießen und Ostereier naschen, feiern Gläubige auf der ganzen Welt die Auferstehungen mit unterschiedlichen Traditionen und Ritualen. Hier stellen wir euch einige vor:

1. Schweden

In Schweden bringt das Osterhahn die Ostereier und nicht wie bei uns der Osterhase. Außerdem wird vieles mit Birkenzweigen und gelben Federn dekoriert, da die „Osterfarbe“ in Schweden Gelb ist. Die Kinder verkleiden sich zusätzlich mit rot bemalten Wangen als „Osterweiber“ oder als Hexen und laufen von Haus zu Haus zum Süßigkeitensammeln. Auch in Schweden findet man viele Osterfeuer, da die Mehrheit der Bevölkerung protestantisch ist.

2. Italien

Das Osterfest in Italien heißt „Pasqua“ und wird nicht ganz so heiter mit einer Trauer-Prozession in Anlehnung an den Leidensweg Christi eingeläutet. Ein großes Kirchenkreuz wird von der schwarz angezogenen, schweigenden Bevölkerung durch die Straßen der Stadt getragen. Die Stimmung der Italiener schwankt in den Feiertagen extrem zwischen ehrfürchtiger Trauer und ausgelassener Heiterkeit. Ein besonderes Spektakel ist die jährliche Segnung des Papstes im Vatikan am Ostersonntag, an der Tausende Menschen teilnehmen.

3. Australien

In Australien gehören 60% der Bevölkerung christlichen Religionsgemeinschaften an, somit gehört auch auf der anderen Seite der Erdkugel das Osterfest zur jährlichen Tradition. Dieses wird schon am Dienstag vor Aschermittwoch mit dem „Pancake Day“ eingeläutet, an dem Pancakes gebacken und gegessen werden bevor die vierzehntägige Fastenzeit beginnt. Der Karfreitag wird „Good Friday“ genannt und ist wie hierzulande ein nationaler Feiertag. Auch hier begeben sich die Kinder auf Schoko-Suche, allerdings kann es sich in Australien auch um das Finden von Schoko-Kängerus handeln!

 

4. Mexiko

Mexiko ist ein vom Katholizismus geprägtes Land, sodass auch hier Ostern als eines der wichtigsten Feste des Jahres gilt. Von Gründonnerstag bis Ostersonntag werden Altäre und Kirchenfiguren mit dunkelroten Trauertüchern bedeckt, die erst nach den Trauertagen wieder abgenommen werden. Das verlängerte Osterwochenende nutzen viele Mexikaner zum gemeinsamen Familienurlaub, da dieser meistens nur ein bis zwei Wochen im Jahr vorgeschrieben ist. Nach Ostereiern sucht man in Mexiko vergebens – diese befinden sich in Pappmachéfiguren die die Kinder aufschlagen müssen.

5. Israel

In Israel treffen die Feiertage von zwei Weltreligionen an Ostern aufeinander: Judentum und Christentum. Die jüdische Bevölkerung feiert an den Ostertagen das Pessachfest, das an den Auszug aus Ägypten erinnern soll. In diesen Feiertagen dürfen Juden kein gesäuertes Brot zu sich nehmen. Besonders in Jerusalem ist die Stimmung zu Ostern sehr ehrfürchtig, Besucher können an den „echten“ Schauplätzen der biblischen Geschichte Prozessionen und Passionsspiele teilnehmen.

6. Philippinen

Blutig wird auf den Philippinen Ostern gefeiert: Während der Ostertage finden oftmals radikale Selbstgeißelungen statt, bei denen sich Gläubige an Kreuze nageln lassen. Dies soll sie von ihren Sünden befreien und ihren Glauben erneuern. Die philippinischen Bischöfe heißen die Tradition nicht gut und weisen darauf hin, dass keine Notwendigkeit zur Selbstgeißelung besteht. Mittlerweile sind die Rituale beliebte Touristenattraktionen.