„Wie peinlich ist das denn?“ denke ich, fang an zu tippen und versuche krampfhaft zwei, drei flotte Sätze aus den Fingern zu pressen, die lässig entschuldigen, dass ich von der Stadt, in der ich gleich lande, absolut keinen Plan habe. So in etwa ging es mir kurz vor Landeanflug auf Oslo vor drei Tagen, als ich im Flieger den Versuch startete eine kleine Ankündigung zu texten und kläglich scheiterte.

Dabei stand Oslo seit jeher auf meiner Reiseliste. Als großer Skandinavien-Fan reise ich seit Jahren zwischen Göteborg, Stockholm, Kopenhagen und Berlin hin und her, bilde mir auch halbwegs ein, ein kulturelles Gespür für die skandinavischen Länder zu besitzen, doch um ehrlich zu sein, Oslo hab ich mir ganz anders vorgestellt.

Nun sind Geschmäcker auch klar verschieden, die Hälfte meiner Truppe war mehr als begeistert von Norwegens Hauptstadt und auch ich habe jede Minute genossen, doch war ich mehr als überrascht, dass Oslo so „gemacht“ daher kommt. Alles schien so neu zu sein, alles sehr designed und industriell, selbst ein Spaziergang durch die Altstadt, ließ nur wenig darauf schließen, dass die Geschichte dieser Stadt weit über 1000 Jahre zurück liegt. Doch ist Kritik nicht meine Stärke, 2 Tage verschaffen noch lange keinen allumfassenden Überblick, drum lenke ich sogleich auf die vier Highlights meiner 48 h Tour.

 

Bildschirmfoto 2014-12-23 um 15.09.11

 

1. Die Vielzahl an Museen: Allen voran das Frammuseum und Kon-Tiki-Museum auf Bygdøy, die Nationalgalerie und das 1993 eröffnete Astrup Fearnley Museum of Modern Art, mit einer umfangreichen Sammlung norwegischer und internationaler Gegenwartskunst. Absolutes Highlight seit 2002: Die monumentale Porzellanskulptur von Michael Jackson und die „Bubbles“ von Jeff Koons. Gerade letzteres, Oslos MoMA, sollte man auf keinen Fall verpassen.

 

2. Das Neue Opernhaus – der klare touristische Star der Stadt. Geplant vom norwegischen Architekturbüro Snøhetta, gilt das Gebäude als größtes norwegisches Kulturprojekt der Nachkriegszeit und kommt als architektonischer Meilenstein aus Beton, Marmor, Glas und Holz daher. Großartiger Reflektionen sei Dank, ist das Gebäude aus allen Himmelsrichtungen zu sehen und ist mit Abstand das meist fotografierteste Objekt der Stadt – auch wir hatten unseren Spaß.

 

3. Die sensationelle Kaffeekultur: Die Skandinavier wissen so oder so wie man es sich gemütlich macht, wirklich „schlechten“ Kaffee findet man hier ohnehin nicht, doch blieb ich vor allem an einer Rösterei besonders kleben – Tim Wendelboe’s Roaster & Esspresso Bar. Keine Cookies, keine Muffins, kein zusätzlicher Schnickschnack. Hier konzentriert man sich auf eins: Beste Bohnen für besten Espresso. Don’t miss it!

 

4. Der Sognsvann – Norwegen pur, direkt ums Eck: Sognsvann ist ein See an der nördlichen Stadtgrenze und war bis 1967 Oslos Trinkwasser-Reservoir. Der See ist nicht nur Naherholungsgebiet sondern auch der beliebteste Tummel- und Fummelplatz der Städter inmitten wunderschöner Natur. Gerade mal 15 Minuten mit dem Auto, oder direkt mit der Bahn und schon hockt man mittendrin – im wunderschönen Norwegen.

Zu guter Letzt – kein Highlight sondern eine Anmerkung in eigener Sache: Ihr süßen Skandinavier, wenngleich dieser Punkt in keinem Stadtführer erwähnt wird, ist es unlängst kein Geheimnis mehr: die schönste Sehenswürdigkeit seid ihr selbst – so höflich, so lieb, so stilsicher, so sexy.

Meine Güte, ich such mal gleich nach neuen Flügen.

Kooperation

Zusatz: Auf meiner Tour wurde ich von Uniqlo Deutschland mit zwei Ultra Light Down Jackets ausgestattet. Wie ihr auf den Fotos erkennen könnt, lassen sich die Jacken nicht nur – ob drunter oder drüber – nahtlos in die Outfits integrieren, sondern halten trotz ihres geringen Gewichts kuschelig warm. Bei den klirrenden Temperaturen in Oslo stellten sich die Jacken als treuer Begleiter heraus – THX ULD.