Die Yucatán-Halbinsel gehört zu den aufregendsten Orten Mexikos. Wir präsentieren euch sechs Must-See-Locations anhand einiger berühmter Freibeuter, die auch am Laptop Karibik-Flair entstehen lassen.

Laguna Bacalar: Ein verlassenes Hotel am Rande der blauen Lagune

Die Natur hat es wirklich ausserordentlich gut gemeint mit dem kleinen Örtchen Bacalar, liegt es doch direkt am Ufer einer riesigen Lagune, deren seichte Gewässer im reinsten türkis leuchten und mit 28 Grad warm sind wie eine Badewanne. Da die Lagune keine Verbindung zum Ozean hat, ist sie mit Süsswasser gefüllt, das den beständig blauen Himmel reflektiert. Zahlreiche Sandbänke erlauben tagelanges, schwimmendes Insel-Hopping und der Sand, der größtenteils aus einem intensiv-riechenden, algenähnlichen Sauerstoff-Produzenten besteht, soll besser wirken als jeder Schönheitschirurg.

Besonderer Höhepunkt der Tage an der Lagune war jedoch der Katamaran-Segeltrip zu einem verlassenen Hotel am Rande der Lagune. Anfang des Jahrtausends wurde als Prestige-Projekt des Gouverneurs des Bundesstaates Quintana Roo begonnen, bis dessen Verwicklungen in Drogenhandel und Schwarzgeld aufgedeckt wurden und ein sofortiger Baustopp veranlasst wurde. Nun wird es, beinahe bereit zur Inbetriebnahme, seit 10 Jahren von der Natur zurückerobert. Wegen der absurden Größe der Anlage und ihrer fast vollendeten Funktinalität – selbst Aufzug, Badewannen und Betten sind schon vorhanden- fühlt man sich wie auf einem verwunschenen, überdimensionalen Spielplatz.

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Tulum: Erhabene Mayaruinen über vollkommen weissem Sandstrand

Das kleine Städtchen Tulum verdankt es zwei Attraktionen, dass Jahr für Jahr Dutzende Touristen in die Hotels drängen. Einerseits sind da die Mayaruinen, die erhaben auf einer breiten Klippe über dem Karibischen Meer thronen. Andererseits ist da der weitläufige, volkommen weisse, feine Sandstrand, der zu den schönsten im ganzen Land gezählt wird. Hat man die Stätten von Chiapas gesehen, sind die Ruinen zwar eher unspektakulär, aber die Lage entschädigt für alles. Unweit der Stadt befindet sich der Strand von Akumal, das eine der größten Schildkrötenpopulationen Yucatans aufweist und es Touristen erlaubt ist, in kleinen Gruppen mit den ruhigen Geschöpfen zu schnorcheln. Außerdem wimmelt es in der Gegend von Cenotes, mit Süsswasser gefüllte Kalksteintrichter, die sich wundervoll zum Tauchen eignen. Allerdings sollte man auf die Krokodile Acht geben…

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Valladolid: Heisses, unaufgeregtes, koloniales Kleinod

Valladolid ist heiß, trocken und liegt weit entfernt vom Meer im Inneren der Halbinsel. Was also sollte den Touristen veranlassen, sein karibisches Paradies zu verlassen und hierher zu kommen? Die Stadt ist eine bestens erhaltene Blaupause für den farbenreichen, geradlienigen Baustil der spanischen Kolonialherren. Die Häuser sind flach und die Straßen sind in einem genauen geometrischen System angelegt. Zwischendrin entdeckt man prächtige Paläste und Villen. Trotz regelmäßigem Tourismus ist es hier noch sehr mexikanisch. Und gegen die Hitze hilft ein Bad in einem Cenote, der sich praktischerweise mitten in der Stadt befindet.

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Isla Holbox: Wie es sich anfuehlt, mit Walhaien zu schwimmen

Kommt man in Holbox an, versteht man, was karibische Lässigkeit bedeutet. Das einzige Örtchen auf der 30km langen Insel besteht aus bunt angestrichenen Holzhütten, zwischen denen Golfkarts auf den staubigen Sandpisten dahinbrausen. Wenn man nicht nur im Schatten der Palmen dösen möchte, kann man sich in aller Hundefrühe von lancheros auf’s raue, offene Meer hinausbringen lassen, wo sich jedes Jahr Mitte Mai hunderte Wahlhaie versammeln, um sich an den reichen Planktonvorkommen satt zu fressen. Mit dem mit 12 Metern größten Fisch der Erde und unzähligen ebenfalls hungrigen Mantarochen zu schwimmen, war zweifelsohne eines der besten Erlebnisse meines bisherigen Lebens.

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Rio Lagartos: Mexikos größte Flamingokolonie

Rio Lagartos wäre nichts weiter als ein verschlafenes 1000 Seelen-Dörfchen an einem hübschen Meeresarm des südöstlichen Golfs von Mexiko, würde die nahegelegene Lagune nicht jedes Jahr Besuch von tausenden paarungswilligen, wunderschön roséschimmernden Flamingos erhalten, die die warmen und seichten Gewässer nutzen , um ihre Eier abzulegen. Jedes Jahr legt jedes Flamingopärchen nur ein Ei. Dennoch darf sich Rio Lagartos stolz als größte Flamingokolonie Mexikos bezeichnen (was es auch tut).

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Mérida: Ein architektonischer Flickenteppich 

Die Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán ist in erster Linie hektische, lebendige, amerikanisierte Großstadt. Das historische Zentrum, das bei Ankunft der Spanier pragmatischerweise einfach über die schon vorhandene Mayabesiedlung gebaut wurde, hält einen skurril-beeindruckenden Mix aus prachtvollen, dekadenten Kolonialbauten und baufälligen, hässlichen Lagerhäusern bereit. Besonders entlang des Paseo Montejo, benannt nach dem berühmten Konquistador, reihen sich protzige, stuckverzierte Villen aus dem 19. Jahrhundert neben modernen Funktionalbauten und verglasten Fronten ein. Mit vielen Museen und allwöchentlich stattfindenden Strassenfesten kann aber keine Stadt auf der Halbinsel Mérida seinen kulturellen Reichtum streitig machen.