Himmel, ich muss selber ein wenig schmunzeln, wenn ich jetzt tatsächlich sage, dass der Oberknaller tatsächlich mein Weihnachten 2014 war. Wenn nämlich Weihnachten sonst für mich immer (!) mit Assoziationen wie Stress, blanken Nerven, Fresskoma, Heulkrämpfen, Herzrasen und dem Rand des Wahnsinns oder mindestens so ähnlich verknüpft war, war es dieses Jahr einfach nur der absolute Wahnsinn – es hat nämlich auf einem gar nicht mal so kleinen Holzboot mit drei Kajüten, einer kleinen offenen Küche und einer Dachtrasse mit zwei Hängematten auf dem Amazonas in Brasilien stattgefunden. Und zwar mit meiner sechsköpfigen Familie, zwei Köchinnen, einem Kapitän und Tiago, einem Eingeborenen Indianderjungen aus den Amazonaswäldern, der im Dschungel groß geworden ist und Familien wie uns einmal vier Tage lang alle Nischen der Wildnis hautnah zeigen wird.

Partner_Balken_dünn

IMG_4766

Partner_Balken_dünn

Klingt nicht nur crazy, war auch so. Meine halbe Familie, sprich Mama, Papa und der kleine Bruder leben momentan in São Paulo, der Industrie-Hauptschlagader Brasiliens. Daher treibt es mich derzeit häufiger in dieses beeindruckende Land, geprägt von den kontrastreichsten Extremen überhaupt, wie es mir scheint.

Partner_Balken_dünn

Dieses Jahr machten wir also die „kleine“ Bootstour. Ich war zu natürlich überhaupt nicht darauf eingestellt, Mutti hat nämlich schon Wochen vorher von „einer Kreuzfahrt auf dem Amazonas“ erzählt – der Luxus eines Kreuzfahrschiffes blieb uns mit dem kleinen Holzkutter zwar bitter verwährt – aber schon beim Anblick des kleinen Holzkutters war ich verliebt, keine Aida oder Queen Mary der Welt hätte ich von diesem Moment an lieber betreten. Der kleine Holzkutter war einfach unfassbar sympathisch und trug seinen Luxus im Inneren, der sich schon bald äußerte – und zwar in Dingen, die tausendmal wertvoller und im Nachhinein damit auch viel luxuriöser sind, als der inflationäre All Inclusive Luxus des All-You-Can-Eat Wahnsinns eines Kreuzfahrschiffs wie man es sich vostellt. 4 Tage waren wir auf dem kleinen Schiff, haben es nur verlassen um mit einem kleineren Motorboot in die Verzweigungen des Amazonas zu fahren, um dort Piranhas zu angeln, Krokodile zu erspähen, Indianerstämme zu besuchen oder auf Sandbänken den Sternenhimmel zu beobachten, durch den Regen zu rasen, kleine Äffchen mit Bananas zu füttern und die unbeschreibliche, gewaltige Stille des Amazonasgebietes wirken zu lassen.

Partner_Balken_dünn

Zur Route:

Begonnen haben wir in Manaus. Die Stadt liegt am Punkt des Zusammenflusses des schwarzen Negro-Flusses und des Solimões. Solimões, so wird der Amazonas in dieser Region Brasiliens bezeichnet. Von da aus sind wir vier Tage lang nordwestlich getuckert, bis wir Novo Airão erreicht haben. Eine beeindruckende Route, die ich jedem von euch nur wärmstens empfehlen kann!

Partner_Balken_dünn

IMG_4890Partner_Balken_dünn

IMG_4976

Partner_Balken_dünn

So eine Reise holt einen runter. Und zwar von ganz weit oben nach ganz weit unten. Der ganze Größenwahn, dem einen die Stadt manchmal irgendwie aufzwingt und der Überfluss der westlichen Metropolen sind im Amazonas plötzlich ganz, ganz weit entfernt. Und Weihnachten in der Sonne und bei 36°C mag zwar gewöhnungsbedürftig sein, ist aber irgendwie auch ganz schön. Ich mein, ich feier‘ doch sonst mein ganzes Leben lang im Dunkel und der Kälte, da kann man schon mal ausbrechen. Immer offen sein für neues, sagt man doch immer so schön – oder?

#irefKNALLER
Unter #irefKNALLER steht, was dich glücklich macht. Hier ist Platz für Pathos und lebensbejahende Geschichten abseits von Zynismus und der täglichen Miesmacherei.