Balken_dünn

Das „Willard Asylum for the Insane“ wurde 1869 an den Ufern des Seneca Lake im ländlichen Teil des US-Bundesstaats New York gegründet, um dort geistig erkrankten Menschen zu helfen, die einer langfristigen Behandlung bedurften. Die Patienten kamen aus Krankenhäusern, aus Familien, die nicht länger für ihre Angehörigen Sorge tragen konnten, aus den ländlichen Armenhäusern oder aus Gefängnissen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Irrenanstalt zu einer modernen psychiatrischen Klinik mit mehreren tausend Patienten, bevor sie 1995 aus Budgetgründen geschlossen wurde.

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Die Institution zeichnete sich durch eine enge Beziehung mit den umliegenden Gemeinden aus. Generationen von Familien leisteten dort Dienst und nach der Schließung fanden sich unzählige Freiwillige, die bei der Stilllegung halfen. In dieser Zeit stieß die ehemalige Mitarbeiterin Beverly Courtwright im Dachboden auf eine Tür, hinter der sich mehr als 400 Habseligkeiten einstiger Patienten verbargen. In mühevoller Rekonstruktions- und Präservierungsarbeit zusammen mit dem New York State Museum wurden diese Schätze katalogisiert und gehören nun zum Ausstellungsbestand des Museums.

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Dem Fotografen Jon Crispin wurde 2011 Zugang zu den Koffern und Taschen gewährt, woraufhin er begann, die Kollektion fotografisch zu dokumentieren. Seine Fotografien sind voll von nostalgischer Faszination, die früher banalen Dinge wie Haarpomade oder Zahncreme nehmen einen besonderen Zauber an, Fotos und Briefe lassen eine Leerstelle, die der Betrachter mit seiner Fantasie ausfüllen möge.

 

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