In strahlendem Türkis glitzert das karibische Meer vor mir, geht weiter hinten in einen dünnen Streifen dunkles Blau über, bevor es schließlich in das gleißende Weiß der Wolken mündet, nur um direkt darüber wieder im knalligen Blau des Himmels zu enden, das sich hier über jeden Tag legt. Als wäre das Ganze eine endlose Spiegelung, ein kleines Spiel, das diese Erde mit unseren Sinnen spielt und mich immerzu die Augen zukneifen lässt.

Durchbrochen wird diese blaue Ewigkeit nur durch den dunkelbraunen Kopf eines jungen Schwimmers, der alle paar Sekunden zwischen mir und dem Horizont auftaucht. Ich beschließe, dass Blau meine Lieblingsfarbe sein muss, drehe mich in Toter-Mann-Pose und lasse mich von den Wellen treiben, die mir immer wieder etwas Salzwasser in’s Gesicht spritzen, als hätte ich nicht schon genug Sonnenbrand.

Es ist Tag vier meiner Pressereise nach Curacao, ich sitze am Cas Abao Beach auf der Westseite der Insel und kann mir fast selbst nicht glauben, was ich hier bisher erlebt habe. Was ich noch erleben werde. Was ich jetzt schon tun kann: diese eine Frage beantworten, die mich innerlich umtrieb, seit es die Pläne für diese Reise gab.

Ist das nun Holland in der Karibik?

Ganz klar: Jein. Denn auf Curaçao sprechen zwar alle Einheimische niederländisch und viele ausgewanderte Niederländer prägen vor allem die Tourismuswirtschaft der Insel, aber das Lebensgefühl auf Curaçao ist durch und durch karibisch. Und das mit allem, was dazugehört: dieses unfassbare Blau des Meeres, die heiße Meerluft, die nachts maximal auf lauwarm abkühlt, die schönen Menschen mit ihrem breiten Lächeln und der einzigartigen Sprache, Papiamentu. Dazu laute Latino-Musik, die überall aus Boxen dröhnt und so jedem Tag einen Soundtrack verleiht, süße Pfannkuchen aus Kürbis und literweise selbst gemachte Limettenlimonade. Oder der Kolibri, der mir auf der Terasse meiner Villa Gesellschaft leistet und unermüdlich an den Blüten nippt, während ich diese Zeilen tippe.

Hotels und Strände allerdings sind geprägt von holländischen Touristen, für die die Karibik-Insel dank der bis heute andauernden Zugehörigkeit zum niederländischen Königreich zumindest emotional näher ist, als für uns. Im Gegensatz dazu höre ich nur vereinzelt Deutsche Touristen heraus – worüber ich persönlich auch nicht besonders traurig bin. Ansonsten: das zehnjährige Mädchen, das als “Assistant Trainer“ in der Dolphin Academy hilft, ist aus Venezuela, unsere Partner beim Schnorcheln aus Florida und eine Bekanntschaft auf dem North Sea Jazz Festival aus Brasilien. Erst bei diesen kurzen Unterhaltungen mit herrlich gutaussehenden Latinos wird dann auch mir endlich klar, dass wir uns geografisch in Südamerika befinden.

Und ich ertappe mich dabei, wie ich beim Lunch sitze, Segelbooten hinterher starre und dabei ganz selbstverständlich zu Latin Music wippe, als wäre nichts dabei. Wo ich dem Genre doch ansonsten überhaupt nichts abgewinnen kann, scheint sie mich hier klammheimlich gepackt zu haben, die Karibik.

Zuwachs in Curaçao: Die ACOYA Hotel Suites & Villas

Mit den Himmelbetten, die sich im Halbkreis um den in Stufen angelegten Pool reihen und dem natürlichen See dahinter legt sich unsere Unterkunft wie eine ausgedachte Oase in die trockene Landschaft um sie herum. Am Ende des Sees steht unsere Lake View Villa: drei Zimmer mit eigenem Bad, eine großzügige Wohnküche, in der eine mehrköpfige Familie gut zurechtkäme und zwei Terrassen mit den gemütlichsten Gartenmöbeln, in denen ich jemals versunken bin. Eingerichtet sind die Zimmer mit viel dunklem Holz, ruhigen Grautönen, cremeweiß und einer etwas waghalsigen Mischung aus Landhausstil und cleanem Minimalismus.

Das ACOYA Resort in Willemstad ist ein Neuling auf Curaçao und hat streng genommen noch gar nicht geöffnet. Noch für ein paar Wochen befindet sich ACOYA in einem “soft opening”, so etwas wie einer Testphase also, in der vor allem Journalisten und Blogger die Villas bewohnen, bevor sie Ende September dann offiziell eröffnet werden.

Wem nach dem Dinner im hauseigenen Restaurant noch nicht die Augen zufallen, kann es sich nach einem kurzen Spaziergang mit einem Drink an der Mambo Beach Bar gemütlich machen, wo Locals und Besucher nach Sonnenuntergang mit entspannter Live-Musik versorgt werden.

Und mit mir zu diesem karibischen Lebensgefühl wippen, das sich auf Curaçao erstaunlich schnell in jeden noch so müden deutschen Knochen einschleicht.

MEHR

Cas Abao Beach

Bandabou, Curaçao

 

ACOYA Hotel

Dr. Hugenholtzweg

Z/N, Willemstad, Curaçao