TravelDiary_4.001


The Big Binondo Food Wok Tour


 

Montagmorgen, 9.30h in China Town Manila. Du hast dank anhaltendem Jetlag und Reisebericht-Schreiben nur vier Stunden geschlafen und sollst in einer kleinen Eatery in eine Frühlingsrolle mit Schwein, Shrimps und ’ner ordentlichen Menge Knobi, Chili und Erdnuss beißen. Schluck – Augen zu und durch. So startete also mein Montagmorgen und ich als gemeine Europäerin bzw. mein Magen wollten nicht so ganz mitmachen. Glücklicherweise konnte der schwarze Tee mein flaues Gemüt wieder etwas besänftigen und die Big Binondo Food Wok Tour durch Manilas historisches chinesisches Viertel konnte losgehen. Unser großartiger Guide Ivan Mun Dy führte uns zunächst in die Geschichte der Tsinoy Community ein, dann tauchten wir ab in die Foodie-Szene Binondos.

Wenn es um sehr exotisches (besonders chinesisches) Essen geht, bin ich ehrlich gesagt ein ziemlicher Schisser. Daher war diese Tour nicht so ganz einfach für meine Geschmacksnerven, meinen Magen und mein Gewissen. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt – diese Tour kommt so schnell nicht wieder!

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Nach dem New Po-Heng Lumpia House folgte unser zweiter Stop: Es gab Chinese Five Spice Chicken dazu tranken wir Winter Melon Juice, der nach Karamell-Wasser schmeckt.

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Abenteuerlich wurde es beim schnellen Preserved Goods (Eingemachtes) Tasting. Wir starteten mit rosa Ingwer, der zwar scharf aber noch genießbar war. Was darauf folgte lässt das sauerste Kaugummi meiner Kindheit Center Shocks alt aussehen: Champoy sind gesalzene Pflaumen, die es in sich haben. Ich schrie, lachte, spuckte und machte Grimassen – leider gibt es kein Beweisfoto. Diese „Delikatesse“ soll besonders für Schwangere geeignet sein, denen oft der Geschmackssinn abhanden kommt. Nach dieser Erfahrung war meine Zunge erstmal außer Gefecht gesetzt und die anderen Preserves waren bekömmlicher.

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Yummy: Vegetarische Dumplings mit Mungobohnen- und Schnittlauchfüllung. Am besten mit Chili-Öl genießen.

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Nachdem wir Ivan zu Verstehen gegeben hatten, dass wir nicht die großen Fleischfresser sind, kehrten wir in ein vegetarisches Restaurant ein. Alle Speisen hier sind traditionellen Gerichten nachempfunden und bestehen aus Tofu und Gemüse, beispielsweise „Fischbällchen“ und „Barbecue-Chicken“.  Sehr empfehlenswert!

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Die einzigartige Atmosphäre von China Town ist hier keinesfalls touristisch, die engen Gassen und vollen, bunten Straßen faszinierten mich während der ganzen Tour.

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Als Nachtisch gab es Salted Egg Steam Bun, ein Hefeklos gefüllt mit Gänseei-Custard. Hört sich komisch an, schmeckt aber unglaublich lecker, cremig und vanillig. Als Erfrischung kredenzte man uns eiskaltes Mangopüree mit Tapiokaperlen. Danach entführte uns Ivan noch in diverse kleine Läden und Bäckereien um uns typische chinesische Süßigkeiten zu zeigen.

Auch wenn ich anfangs sehr skeptisch war und auch bei vielen Speisen nur einen winzigen Happen für den Geschmack probierte, war die Tour sehr spannend und lehrreich und hat mir gezeigt, dass die chinesische Küche durchaus ein paar Schätze versteckt hat und auch in vegetarischer Form funktioniert und praktiziert wird.


Malabon Tricycle Tour


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Jeder normale Mensch würde nach einer Food-Tour aufhören und ins Hotel zurückkehren und erstmal schlafen und verdauen. Oder Shopping und Sightseeing oder, oder, oder. Aber niemand würde eine zweite Food-Tour starten. Tja, gut dass wir nicht normal sind. Beziehungsweise uns keine andere Chance blieb – Foodie-Reise, ist klar . Auf ging’s also weiter mit unserem vollklimatisierten Eistruhen-Van nach Malabon City, einen weiteren Teil der Metropolregion Manilas und einem der ärmsten Viertel. Um den Tourismus auch in diesem Teil der Hauptstadt zu fördern, wurde die Malabon Tricycle Tour im Rahmen der #VisitPhilippines2015-Kampagne vom Bürgermeister ins Leben gerufen. Die Tour besteht aus 6 Stopps und zeigte uns traditionelle Filipino Hausmannskost. Von der Tour durch China Town noch kugelrund und etwas reizüberflutet haben wir nur Mini-Bissen probiert, aber ich will euch dennoch einen kleinen Einblick in die spannende Küche der Philippinen geben.

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Lugaw Express: Lugaw ist ein Reis-Porridge getopped mit frittiertem Knoblauch, dazu gibt es Hühnchen. Die Speise war ursprünglich für Kranke gedacht, doch ist nun ein beliebtes Frühstück.

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Bei Hazels werden handgemachte Steam Buns mit Ei- oder Schweinefleischfüllung verkauft, die angeblich die weißesten Putos in der ganzen Nachbarschaft sind.

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Im Jamico’s Restaurant erwartete uns eine Sample Plate mit allen Bestsellern des Restaurants: Crispy Pata (Schweinshaxe), Shrimp Embutido (frittierte Shrimps) und Chicken Pandan (Hühnchen im Pandan-Blatt frittiert) mit Fried Rice. Mittlerweile waren wir so vollgefuttert, dass wir nichts mehr probieren konnten.

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Das absolute Highlight: Süßer Sapin-Sapin. Ein Kuchen aus Reis, Maniok, Kokosmilch und Mais für die gelbe Farbe oder Ube-Wurzel für die violette Farbe. Unscheinbar aber doch köstlich!

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Nanay’s Pancit Malabon: Hier werden dicke Spaghetti-artige Nudeln in einer herzhaften Soße mit Schwein, Ei und Gemüse serviert. Ein typisches Gericht von Malabon City, das in Portionsgrößen von 1 Person bis zu 40 Personen serviert werden kann.

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Nicht zu vergessen: Mein persönliches Highlight war es im Beiwagen der kleinen Mopeds – den Tricycles – durch die staubigen, heißen Straßen Malabons zu heizen und dabei Land und Leute zu beobachten und bewundern. Ein unvergesslicher Tag, dessen Programm ich mir selbst wohl nicht zusammengestellt hätte, welches mich aber doch sehr bereichert und Sarah und mich viel hat lachen lassen.


Kooperation

Wir bedanken uns beim Philippine Department of Tourism für die Einladung zu dieser Reise und die Gastfreundschaft!