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Hallo, du schönes Leben.

Alle, die die Geschichten von Zugezogenen nicht mehr hören können, müssen da an dieser Stelle noch einmal durch – nämlich weil ich, nachdem ich mir mal wieder ganz schön den Kopf zerbrochen und schon 2 Gläser Merlot genascht habe, ganz eindeutig und ohne Zweifel zu dem Schluss gekommen bin, dass ich einfach damit starten MUSS, wenn es um das schöne Leben gehen soll, denn es spielt sich nunmal in dieser Stadt ab: im Untergrund, auf der Oberfläche, tagsüber, nachts, in meinen Träumen, und der manchmal zweifellos auch rauen Realität. 

Berlin wird hier also eine wichtige Rolle spielen, vielleicht wird es manchmal auch zum Protagonisten, es  ist der Spiegel aller meiner Gedanken, so wie es mir in seinen diversen Facetten tagtäglich begegnet.

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Hier soll die Geschichte von Momenten, Begegnungen, Augenblicken und Zeitabschnitten, Realitätsverlusten, Fantasien und Personen erzählt, diskutiert und viele Gedanken dazu einfach ausgeplauert werden. Manchmal aus dem Nähkastchen und garantiert immer mit ner ordentlichen Portion großer Klappe, Senf dazugeben ist meine Spezialität und mein lautes Organ findet jetzt endlich mal ein Fleckchen, wo es – nicht  wie in der Schule, dem Seminar, dem lieben Elternhaus – immer für, naja, „etwas zu frech“ befunden wurde. 

Wenn sich hier ab und zu ein kleiner erhobener Zeigefinger einschleicht – man erlaube mir, künftig subtile Kritik an der ein- oder anderen Geisteshaltung zu äußern, nehme man mir das bitte nicht übel, ich mein das dann bestimmt nicht so, Besserwissen zählt nämlich im Gegensatz zur großen Klappe so gar nicht zu meinen Spezialfähigkeiten!  

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Was mich antreibt, diese Kolumne zu schreiben, ist schlicht und einfach, dass ich es schade finde, wie unfassbar blind und vor allem (durch diese ästhetisierte Gesellschaft, Hashtag: #filter) verblendet ich heute oft erhobenen Hauptes, fresh, aufgestylt, nicht hungrig, nicht durstig, und dennoch zu Tode betrübt ich durch diese Welt marschiere. Ob es nun daran liegt, dass ich noch was zu tun habe, oder wieder was verpasst habe. Irgendwas passt immer nicht. Und ehrlich gesagt halte ich es für ziemlich stieselig, dass ich mich so häufig dabei ertappe, wenn ich mal wieder so grumpy nicht nur durch die Shoppingmalls dieser Welt, Frappuccino in der einen, neue Sneakers in der anderen Hand laufe, sondern eben so durch mein ganz alltägliches, eigentlich so liebenswertes Leben. Zu Tode betrübt – VÖLLIG ohne Grund. Und weil mich das aufregt, und weil ich denke, dass ich, wenn ich drüber schreibe, vielleicht auch was dran ändern kann, widme ich diesem kleinen Problemchen zwischen mir und dieser schillernden Wohlstandsgesellschaft, meine Kolumne.

Ich hab manchmal eben diese jämmerliche Kotzlaune und so einen höllisch verkopften Geist, dass mir die vielen hübschen Dinge im Alltag so gar nicht mehr auffallen. Lassen wir es doch mal die U-Bahnmusiker sein. JA – okay, ich gebe defintiv zu, dass sie (oder eben ich, darüber kann man jetzt diskutieren) manchmal irgendwie zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Aber manchmal zaubern sie so eine entzückende Atmosphäre für die zwei Stationen in den Untergrund, dass man das auch gern mal mit einem fröhlichen Lächeln zeigen darf! Stattdessen gucken alle wie sieben Tage Regenwetter, und die Straßenmusiker dann natürlich wie 14 Tage Regenwetter. Mensch, man darf sogar ’nen Ohrwurm gratis mitnehmen und ihn den ganzen Tag abspielen – for free! ist doch ein tolles Geschenk, oder nicht? Der Bösewicht Trübsal wiederum lässt das Schimmernde dann vergrauen und wenn es so vergraut ist muss man eben einfach mal wieder die Farbe in diese Tage reindrehen, und genau das will ich hiermit versuchen. 

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Liebe schöne Menschen, ihr da draußen, hört auf, euch in den Instagram-Feeds von anderen hübschen Menschen nachts vor dem Einschlafen zu verlieren. Ja – auch mir ist das schon viel zu häufig passiert – aber, verdammt nochmal, fühlt man sich denn dann auch nur ansatzweise besser? Ne, ich nicht, ich fühl mich klein und blöd und das Einschlafen hätte doch so schön sein können, hätte man lieber die schönen Dinge des Tages per Retrospektive Revue passieren lassen. Lest schöne Bücher oder schreibt selber welche, guckt Filme, schmaust Chips oder genießt Schokolade, trinkt Wein, macht Quatsch – vor allem aber GENIEßT! Das ist das Mantra. Denn: „Wer genießt, gewinnt“ sagte neulich jemand zu mir. 

Die positiven Vibes von mir kommen künftig im zweiwöchentlichen Takt, immer wieder mit einer großen Portion Emotion, manchmal ein bisschen Wut, ganz bestimmt des Öfteren freigelassen von vielen bunten Fragezeichen, die mir durch den Kopf springen und Purzelbäume schlagen wollen, aber dennoch mit dem Ziel, das Schöne aus dem Leben, bestenfalls ohne Filter, herauszufiltern.

Foto: Ann-Kathrin Grebner