Ihr habt auch kein Wort verstanden? Richtig, wir nämlich auch nicht. Und so geht es uns immer dann, wenn das Jugendwort des Jahres aus einer Liste von 30 potenziellen Kandidaten gewählt wird. Zugegeben, wir sind keine Jugendlichen mehr, fühlen uns allerdings kaum so alt, als dass wir nicht mehr wissen würden, was mit unserer Jugend da draußen eigentlich los ist. Und jetzt kommen wir zum interessanten Teil: der Headline. Im Grund genommen heißt sie nicht anderes als: Der Dümmste von allen, der übrigens nur trainiert um in der Disco gut auszusehen, ist jetzt in einer Beziehung mit einem Mädchen, das er auf Tinder kennengelernt hat. So far, so good.

Sicherlich gibt es Worte, die irgendwie witzig sind, wiederum Begriffe die anscheinend nur in Meck-Pom benutzt werden, aber eben auch Wendungen, die einem im täglichen Sprachgebrauch schon ab und an untergekommen sind. Wenn Mami vom Großeinkauf spricht, wird bei ihrer minderjährigen Tochter gerne mal Haul benutzt. Die Cloudophobie, die Angst vor Datenklau durch internetbasierte Clouds, ist eine Volkskrankheit geworden und flittern, also flirten auf Twitter, ist vor allem bei Celebritys beliebt. Die ersten drei Plätze im aktuellen Voting belegen allerdings drei andere Begriffe:


#1 Alpha Kevin – Der Dümmste von allen

Ich erinnere mich an Zeiten, in denen ich neidisch war auf Namen wie Kevin, Lukas und Jonas. Ich bin und war immer nur Martin. Schlicht, einfach und ja, auch etwas langweilig. Heute könnte ich meinen Eltern den Fuß küssen, kein Kevin geworden zu sein. Denn um dem Voting zum Jugendwort des Jahres glauben zu schenken, ist Kevin der Inbegriff der Dummheit. Wenn aus Kevin dann noch ein Alpha Kevin wird, ist der Dümmste von allen ziemlich schnell ausfindig gemacht. Sorry ihr Kevins da draußen.

#2 merkeln – Nichtstun, keine Entscheidung treffen

Platz zwei belegt, wie soll es anders sein, unsere liebe Frau Bundeskanzlerin, die in diesem Jahr schon für den ein oder anderen shocking moment gesorgt hat. Jetzt könnte man gut und gerne denken ‚merkeln‘ ist ein anderer Begriff für eine kleine Streicheleinheit durch die Bundeskanzlerin aber nein, merkeln ist das neue chillaxen. Einfach mal Nichtstun und keine Entscheidung treffen. An und für sich eine super Sache, nur als Bundeskanzlerin weniger angebracht.

#3 Earthporn – schöne Landschaft

So viel Earthporn auf Instagram. Hier eine schöne Landschaft, dort ein glühroter Sonnenuntergangs-Post. Geil. Überall Earthporn. Ich musste etwas schmunzeln, schließlich gibt es den ein oder anderen unter uns, der seinen Earthporn gerne mal auf die Spitze treibt und schließlich auch noch mit einem Verliererwort aus 2014 kombiniert: dem Selfie. No risk, no fun.