Egal ob das Taj Mahal, die Pyramiden von Gizeh oder der Eiffelturm – Vielorts sind wir es gewöhnt, bei architektonischen Highlights staunend in die Höhe zu gucken und die von Menschenhand erbaute Sehenswürdigkeit in seiner ganzen Größe wahrzunehmen.

Gerade Bauwerke wie Kirchen und Tempel zeichnen sich durch ihre emporragende Architektur aus, die sie näher an ihren religiösen Glaubensführern positionieren soll.

Doch bei den indischen „Baoli“ ist das anders: Hier geht der Blick in die Tiefen der steinernen Monumente, die sich in einer perfekten Symmetrie in den Untergrund aneignen. Selbst die gelernte Architektin Victoria Lautman staunte bei ihrer ersten Reise in Indien nicht schlecht, als ihr Taxi-Fahrer sie an einem der Stufenbauwerke rausließ – und sie mehrere Meter in den steinernen Abgrund blicken ließ. Seit dem ließ die Amerikanerin die Faszination für die Stufenarchitektur Indiens nicht los. Denn bei den Konstrukten handelt es sich nicht nur um eine ästhetische Sehenswürdigkeit, sondern um eine extrem ausgeklügelte Konstruktion, deren Ursprünge bis ins 2. Jahrhundert n. Chr. zurückgehen.

Die Stufenbrunnen Indiens dienten zur Wasserkonservierung und waren zu jeder Jahreszeit ein sicherer Speicher für das wertvolle Wasser: In den trockenen Monaten wurde das Wasser aus der untersten Stufe aus der Steinformation gewonnen, der sich etwa bei dem Wasserspiegel befand. In Monsunzeiten befand sich das Wasser innerhalb des rechteckigen Beckens, sodass es einfach abgeschöpft werden konnte. Egal wie hoch oder tief das Wasser aufgrund Wetterbedingungen stand, durch das symmetrische Treppensystem konnte es von jedem Level abgeschöpft werden.

Die faszinierenden Stufenbrunnen wichen mit der Zeit modernen Wasserleitungssystemen und gerieten in Vergessenheit. Mit ihrem Buch „The Vanishing Stepwells of India“ will Lautmann das touristische Interesse auf die Schönheit der Stufenbrunnen lenken. Schließlich wurde der größte und besterhaltene Stufenbrunnen Rani ki Vav in Patan in Gujarat 2015 zum UNESCO Welterbe anerkannt. 

KOOPERATION

Die Reise nach Indien findet in Kooperation mit Enchanting Travels statt. Folgt Enchanting Travels auch auf der Website, Facebook und Instagram. Sämtliche redaktionell entstandenen Beiträge bleiben von der Kooperation unberührt.

Spannende Routen findet ihr auf der Website von Enchanting Travels hier. Normans Routen in den Himalaya findet ihr hier, die Nordindien Route hier.

Wir freuen uns über das tolle Programm und sagen Danke für die Organisation der Reise!