Balken_dünn

“It is stupid that we have to go all the way down here to understand it.”

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Diese Doku gehört zu den nicht ganz so leicht einzuordnenden Fundstücken der Woche. Drei norwegische Modeblogger_innen reisen nach Kambodscha, um die Arbeitsbedingungen der Näherinnen kennen zu lernen, die das herstellen, worauf die Blogger ihre hedonistische Existenz gründen.

Das Intro ist unterlegt von einer Art Eurotrance-Soundtrack und im Look eines kontemplativen Travel-Videos gehalten. Was die drei auf ihrem kurzen Tripp dann erleben, ist weniger malerisch. Lange Arbeitszeiten zu unmenschlichen Bedingungen, Wohnraum so groß wie “unser Bad in Norwegen” und diverse Heulkrämpfe ob der eigenen Unfähigkeit die ganzen Eindrücke zu verarbeiten.

Sie halten keinen halben Tag in dem “Job” durch, den die Frauen um sie herum ein Leben lang machen. Trotzdem muss man den dreien Respekt dafür zollen, dass sie bereit sind, die Blase zu verlassen, in der sie sonst leben. Die Blogger sind keine schlechten Menschen, nur ignorant. Aber eben auch bereit, das eigene Weltbild zu erschüttern. Sie reflektieren und diskutieren das Erlebte, teils so naiv wie Teenager, die sie ja sind, teils, weil die sie umgebende Realität sie dazu zwingt, auf fast philosophische Weise.

Als Zuschauer sollte man bereit sein, den Impuls zu unterdrücken, die drei Teenies in ihrer unbeholfenen Art von Anfang an nicht ernst zu nehmen. Sie tun etwas und das ist gut. Wenn der Film dann vorbei ist, bleibt die Frage: Wie muss erst ein Sweatshop aussehen, dessen Inhaber dem Filmteam von vornherein jede Drehgenehmigung verweigert haben?

via Amy&Pink

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