Ein bisschen war es für uns wie den Globus drehen und mit dem Finger an einer willkürlichen Stelle stoppen: sofort steigen wir in den EasyJet Flieger, der uns innerhalb von zwei Stunden und vierzig Minuten in eine uns völlig fremde Stadt bringt. Athen. Ein von Geschichte und gegenwärtiger Politik überladener Ort, der zwar in Europa ist, aber für uns Nichtswisser auch im Südpazifik liegen könnte.


Ankunft: Die Sonne knallt mit 30 Grad auf unsere Häupter und wir können uns das Grinsen auf unseren Gesichtern nicht mehr verkneifen. Na klar, Athen: das ist verdammt gutes Wetter und das ist am Meer. Noch bevor wir unser Gepäck vom Band holen konnten wurde entschieden, dass ein Mietauto her musste. Jede Ecke dieser Stadt wollten wir sehen und uns nicht auf das Vorurteil des südländischen Chaos verlassen (fahren die Bahnen pünktlich ab? Gibt es aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Lage nicht super viele Streiks?). Mit den Armen aus den Fenstern gestreckt fuhren wir in die riesig anmutende Stadt hinein und waren von so viel urbanem Charme verblüfft. Überall die intensivsten Farben, die man sich vorstellen kann: vom Blau des Himmels über die tief pinken Blüten bis hin zu den bunten Graffitis, die sich an jeder denkbaren Hauswand platzierten. Zwischendrin das Grün der Orangenbäume und die sandfarbenen alten Ruinen einer Kultur, die zwar längst vergangen ist, aber in Athen immer noch voller Leben pulsiert.

Unser erster Stopp war nur einen Block vom legendären Syntagma-Square entfernt: das New Hotel. Das verwinkelte, elegante Hotel ist ein Augenbad der Inneneinrichtung, die vollständig aus recycelten Holzmöbeln besteht. Unser Zimmer bat uns einen traumhaften Ausblick auf die Berge Athens und konnte uns schon von den ersten Augenblicken eine Zusammenfassung über die visuellen Aspekte der Stadt liefern: Athen besteht aus Dichotomien und Kontrasten. Ramponierte, von Graffiti beschmierte Plattenbauten mischen sich mit wunderschönen antiken Ruinen, im Hintergrund die Berge, daneben das Meer. Große Straßen münden in kleine Gässchen, die an Italien erinnern, der Nationalpark an ein Resort auf einer karibischen Insel.

Doch nur mit dem Ausblick wollten wir uns dann auch nicht zufrieden geben: die Hitze lockte uns förmlich dazu, dem Athener Mittelmeer auch persönlich Hallo zu sagen. Mit Schwimmzeug und Kameras bewaffnet setzten wir uns ins Auto, drehten die Musik auf und ließen das Meer an uns vorbei rasen, so lange, bis wir einen Strand fanden, der frei zugänglich und nicht zu voll war. Das Meerwasser erstrahlt in einem glasklaren Azurblau, frei von Verschmutzung. Hätte ich es darauf angelegt, hätte ich mich in meiner klaren Spieglung schminken können. Aber stattdessen gab es eine erfrischende Abkühlung, und die lohnt sich, denn die Suche nach einem geeigneten Platz zum Sonnen ist keine einfache: mehr und mehr werden die Strände von Hotels und Resorts in der Nähe der Stadt privatisiert, die frei bleibenden sind meistens 2.er Wahl – steinig oder überfüllt. Das alles tut uns Urlaubern natürlich nichts an, immerhin hatten wir schon ewig nicht mehr das Meer gesehen und freuten uns über die Gelegenheit, sowohl in der Stadt zu toben als auch in unmittelbarer Nähe ins kühle Nass zu springen. Nur das mit der Sonnencreme müssen wir noch mal üben: weil wir beim ersten Versuch keinen Supermarkt fanden, brutzelte uns die Sonne eine undankbare Röte auf die Körper.

Mit dem Nachmittag kam sowohl der Hunger als auch der Drang, die Stadt zu erkunden. Mit dem Auto sind es ungefähr 15 Minuten bis ins Zentrum zurück, mit der Metro kann das durchaus länger dauern (die hält dafür wirklich direkt am Strand!). Verkehr und Parkplatzsuche erwiesen sich als überraschend angenehm. Vom Hotel aus spazierten wir über den Syntagma Platz bis in die touristische Innenstadt hinein, die von kleinen Shops und charmanten Restaurants gesäumt ist. Schnell ist klar: die Innenstadt kann man komplett durchlaufen, dafür braucht man weder Metro noch Auto. Wir spazierten bis ins junge und lebendige Exarchia, wo die Kids auf den Bürgersteigen saßen und ihr Bier tranken. In einer kleinen Taverna aßen wir uns satt an Feta und Oliven und spazierten weiter in den Abend hinein, bis wir am Monastiraki Platz endeten, dem Zugang zum alten Athen und der Akropolis. Diese ist von überall in der Stadt zu sehen, doch vor allem hier, wo sich die Menschen treffen um den Abend zu beginnen, wirkt sie im Mondschein besonders ehrfurchterregend.


Die Athener gehen erst recht spät aus, und so fanden wir uns in der Nacht im Six Dogs wieder, das uns von unseren Freunden Alex und Dafni empfohlen wurde. Six Dogs liegt, so wie unser Hotel, in der Altstadt Plaka und ist ein Venue für so ziemlich alles: bestehend aus vielen Räumen und einem Biergarten ist es sowohl Bar und Club als auch Restaurant und Ausstellungsort. Hier trifft sich die Athener Jugend um zu entspannen und zu feiern, und zwar 24 Stunden am Tag. Die Terrasse ist im Hinterhof auf einem Felsen gebaut, umsäumt von Pflanzen und schönem Licht. Teuer ist es allerdings im Vergleich zu Berliner Verhältnissen in Athen dann doch: ein Bier kostet schon mal fünf Euro hier. Aber bevor wir unsere finanzielle Existenz riskieren konnten, waren wir dann auch zu müde und geschafft vom Tag, um weiterzuziehen. Der Tag endete schließlich mit dem geruhsamen Schlaf in unseren unendlich bequemen Betten, und wir waren schon sehr gespannt auf das, was uns am nächsten erwarten sollte. Denn: Sonntags sollten Nationalwahlen stattfinden, für das aktuelle Griechenland keine kleine Sache. Ein bisschen nervös waren wir schon – was, wenn alles eskalierte? Aber das jagte uns nicht in unseren Träumen… immerhin hatte Athen uns schon jetzt überzeugt.

Den zweiten Teil von Sara’s Abenteuerbericht gibt’s morgen. Seid gespannt!! 


Kooperation

2NIGHTS ist eine Kooperation zwischen i-ref Magazin und easyJet. Europas Flugnetz Nummer 1 unterstützt seit April 2012 als exklusiver Partner das neue Reiseformat der Berliner Kulturredaktion. Der orangefarbene Günstigflieger fliegt auf mehr als 600 Strecken zwischen 129 Flughäfen in 29 Ländern. Ab Berlin hebt easyJet zu 37 Zielen ab. Unter dem Titel 2NIGHTS gehen die i-ref Autoren auf Erkundungstour und berichten aus 20 Regionen über die kulturelle Vielfalt Europas. Das Besondere: Jeder Trip dauert nicht länger als drei Tage und zwei Nächte. Ziel ist es, den Lesern zu zeigen, wie einfach es sein kann, sich eine kleine Auszeit zu gönnen und darüber hinaus Europa aus nächster Nähe zu entdecken.