Beinahe 2 Wochen ist es nun her, dass wir dem ausklingenden, sich rasch abkühlenden Sommer in Berlin ein Schnippchen schlugen, uns einfach in den orangenen Flieger setzten und das nachholten, was die, zumindest der Definition nach, wärmste Jahreszeit hierzulande vermissen hat lassen: Sommerurlaub!

Unser Ziel hieß Kreta, größte der griechischen Inseln im Mittelmeer und von Berlin Schönefeld aus in bequemen 3 Stunden Flugzeit zu erreichen. Mit Bedacht hatten wir gepackt, neben den textilen Notwendigkeiten und einigen wenigen kommunikationstechnischen Begleitern hatten wir nur ein ungefähres Planungsgerüst für unseren Trip, den wir kurzerhand um 5 Nächte aufgestockt hatten, im Gepäck. Der Himmel über Berlin gab sich am Tag unseres Abflugs wenig Mühe, uns die Vorfreude auf das, was da kommen sollte, zu vermiesen. Dichte, schwere, trübe Wolken und ein gehöriger Wind hängten sich über der Stadt fest.

In der Wartehalle der Blick herum: Paare mit kleinen Trollis im Partnerlook. Gruppen junger Männer, deren Strohhüte das Ziel ihrer Reise wenig subtil verkündeten. Erfahrene Powerurlauber, die mit entschlossener Miene den Reiseführer studieren. Damen, die murmelnd und mit besorgter Miene die imaginäre Packliste noch einmal durchgehen und Rentner, deren voll beladene Gepäckwagen, darauf schließen ließen, dass man den Lebensabend nicht im sich ankündigenden deutschen Herbst zu verbringen plante.

Dann der Aufruf zum Boarding, dichtes Gedränge, Passkontrolle, nochmal warten, über’s Rollfeld rein in den Flieger. Sicherheitsinstruktion, Begrüßung durch den Captain, Hinweis auf die Snackbar. Anfahrt. Start. Endlich Stress aus, Kopf aus, rein ins Vergnügen.

Nach angenehmen, etwas dösigen drei Stunden über den Wolken und während des langsam einsetzenden Sinkflugs folgte dann der erste Hinweis auf die Verhältnisse vor Ort. Ortszeit nach Zeitverschiebung etwa 19:20 Uhr, leichter Wind und 28 Grad. Einige Augenblicke später brach das Flugzeug durch die Wolkendecke und gab den Blick auf die im Licht der untergehenden Sonne daliegende Insel und das glitzernde Meer frei. Von oben ähnelt Kreta leicht einem mit einem Nudelholz platt gewalzten Teig, der in der Mitte, da wo sich die einzelnen Berge erheben, etwas aufgegangen ist.

Wenig später setzten wir rumpelnd auf der Landebahn des Flughafen Nikos Kazantzakis in Heraklion auf. Die Treppen wurden heran geschoben, die Türen geöffnet und wir traten hinaus in die milde kretische Abendluft. Es muss ein seltsamer Anblick gewesen sein, wie wir da auf dem Rollfeld standen und die von Pinien- und Zypressenduft aromatisierte (zugegeben, etwas Kerosin mischte sich auch darunter) Luft förmlich inhalierten.


Unsere erste Bleibe hatten wir in weiser Voraussicht in der Nähe des Flughafens gewählt, sodass wir, nachdem wir unser Gepäck eingesammelt hatten, in einen der klapprigen Busse, die vor dem Gebäude bereit standen, stiegen und in einer knappen Viertelstunde unser Ziel erreichten. Mittlerweile war es dunkel geworden, die Grillen zirpten und die Terrasse vor dem Hotel, gleichzeitig Taverne des Hauses, war einladend mit Kerzen beleuchtet. Wie uns der freundliche Herr an der Rezeption allerdings mitteilte, war dies keineswegs nur zugunsten der Romantik, ganz im Gegenteil, es war eine notwendige Improvisation, da im ganzen Vorortgebiet von Heraklion der Strom ausgefallen war. Am nächsten Tag sollten wir auch den Grund dafür erfahren.

So wurden wir also im Schein der Kerzen auf unser Zimmer geführt, luden unser Gepäck ab und machten uns auf den Weg ins Restaurant. Fetakäse, Oliven, Gemüse und Tzatziki mit Brot sorgten dafür, dass wir nun auch kulinarisch auf Kreta angekommen waren. Ein wohlgemeinter Tipp für den Fall, dass die Klimaanlage nicht funktioniert: Nicht bei offenem Fenster schlafen, eure Haut und die Nerven werden es euch danken!

Nach einem reichhaltigen Frühstück am nächsten Morgen wurden wir abgeholt und zum nächsten Ziel unserer Reise gebracht- dem Amirandes Exclusive Hotel in der Nähe von Gouves. Auf dem Weg dorthin erzählte uns der Fahrer, der wie es der Zufall wollte, in Deutschland aufgewachsen war, dass es auf Kreta schon seit Mai nicht mehr geregnet habe und das auch der Grund für den gestrigen Stromausfall sei. Denn durch den aufgewirbelten Staub und die hohe Luftfeuchtigkeit an der Küste werde die Leitfähigkeit der Stromkabel eingeschränkt, sodass einige Gebiete nicht mehr mit Elektrizität versorgt werden können.

Auch die Landschaft, die wir im Laufe der Fahrt passierten, zeugte von der langen Trockenheit. Ausgedörrte Sträucher, staubige Straßen und spärliche grüne Vegetation prägten hier das Bild. Auch an diesem Tag hatte die Temperatur wieder 29 Grad erreicht, Abkühlung war dringend vonnöten. Nach einem äußerst herzlichen Empfang im ebenso eindrucksvollen wie wunderschön gelegenen Amirandes Hotel konnten wir unserem Bedürfnis nach Erfrischung auch bald nachgeben. (Ein ausführlicher Bericht zum Hotel folgt in Kürze.)

Die folgenden beiden Tage standen ganz im Zeichen von Erholung und Komfort, den die große Hotelanlage mit ihrem weitläufigen Strand, den vorzüglichen Restaurants und den fantastischen Zimmern zu Genüge bot. Der Tagesablauf bestand meist darin, nach dem Frühstück zum Strand zu kugeln, sich dort in die Sonne zu legen und sich ab und an zur Abkühlung in das kristallklare kretische Meer zu begeben.

Dennoch hatten wir uns vorgenommen, das kleine Örtchen Gouves, das vom Hotel fußläufig in einem Marsch von wenigen 10 Minuten zu erreichen war, zu erkunden. Als die Sonne also ihren Zenit um die Mittagszeit überschritten hatte, machten wir uns auf dem Weg. Der Ortskern liegt einige Meter von der Küste entfernt und besteht zum größten Teil aus Tavernen, Souvenirshops und Autovermietungen, erstreckt sich aber in kleinen, engen Gassen bis zur Wasserkante. Dort kann man gemütlich entlang schlendern und auch recht preisgünstig und lecker essen. Zurück im Hotel stand später noch etwas sportliche Ertüchtigung auf dem Programm bevor es in froher Erwartung der kommenden Tage wieder ins Federbett ging. Schließlich war mittlerweile schon Dienstag.

Fortsetzung folgt in Kürze….


Kooperation

2NIGHTS ist eine Kooperation zwischen i-ref Magazin und easyJet. Europas Flugnetz Nummer 1 unterstützt seit April 2012 als exklusiver Partner das neue Reiseformat der Berliner Kulturredaktion. Der orangefarbene Günstigflieger fliegt auf mehr als 600 Strecken zwischen 129 Flughäfen in 29 Ländern. Ab Berlin hebt easyJet zu 37 Zielen ab. Unter dem Titel 2NIGHTS gehen die i-ref Autoren auf Erkundungstour und berichten aus 20 Regionen über die kulturelle Vielfalt Europas. Das Besondere: Jeder Trip dauert nicht länger als drei Tage und zwei Nächte. Ziel ist es, den Lesern zu zeigen, wie einfach es sein kann, sich eine kleine Auszeit zu gönnen und darüber hinaus Europa aus nächster Nähe zu entdecken.