Hitzewelle in Deutschland – Manch einer erfreut sich an den Rekordtemperaturen, die uns diesen Sommer entgegenschwappen, andere wiederum träumen von einer erfrischenden Abkühlung. Für die zweite Fraktion bleibt der Fluchtweg in kühlere Gefilde – wie z.B. das britische Schottland! Die schroffe Landschaft bietet kontrastreiche Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, immer mit einer Prise Magie… Wir zeigen euch sieben Attraktionen, die ihr nur in Schottland hautnah erleben könnt!


1. Kelburn Castle – Schottlands buntes Graffiti-Schloss

Das in Fairlie, North Ayrshire liegende Kelburn Castle wurde im 13. Jahrhundert erbaut und zählt zu den ältesten Schlössern in ganz Schottland! Doch anders als die meisten königlichen Domizile glänzt das Haus nicht mit verwunschenen Mauern oder edlen Fassaden, sondern einem poppigen bunten Anstrich, den es 2007 bekommen hat. Damals hat nämlich der 10. und amtierende Earl of Glasgow, in dessen familiären Besitz das Anwesen ist, entschieden, die 1950 angebaute Steinfassade zu verschönern, die durch ihren maroden Zustand baldigst hätte abgerissen werden müssen. Auf Vorschlag seiner Kinder beauftragte er u.A. die brasilianischen Street-Art-Brüder Os Gêmeos, die eine Wand des Schlosses noch einmal richtig aufzuhübschen bevor man sich genötigt sah, diese abzureißen. Durch den schier ungewöhnlichen Kontrast von historischem Bauwerk und stylischer Moderne zählt die Attraktion nun zu einem der besten Beispiele für Street Art Kunst und erreichte somit mediale Aufmerksamkeit. Doch aufgrund des baufälligen Zustandes der Mauern wird die Wand früher oder später abgerissen – aber noch erstrahlt sie in bunten Farben über den schottischen Highlands.

2. Garden Of Cosmic Speculations – Einen Tag im Kosmos-Garten

Was aussieht wie eine futuristische Filmkulisse eines Alice-im-Wunderland-ähnlichen Gartens ist ein landschaftsarchitektonisches Meisterwerk des Architekten Charles Jencks und seiner Frau Maggie Keswick, die sechs Jahre lang mit anderen Architekten und Wissenschaftlern am kosmischen Garten gefeilt haben. Dieser ist nämlich ganz von den Gesetzen der Natur und der Entstehung des Universums inspiriert und ist voller geometrischer Formen, physikalischen Theorien und optischen Täuschungen geprägt. Der Garten besteht aus fünf verschiedenen Bereichen mit künstlichen Seen, perfektionierten Brückenbauten und kuriosen Sehenswürdigkeiten. Für Besucher ist der Park nur einmal im Jahr geöffnet, die Tickets sind auf 1.500 Stück begrenzt!

3. Fingal’s Cave – Die sagenumwobene Basalthöhle

Der ursprüngliche und keltische Name der magischen Höhle lautet „Uamh-Binn“, die „Höhle der Melodie“. Die steinige Basaltstruktur am Höhleneingang ähnelt der irischen „Giant’s Causeway“ Formation und soll der Legende nach das Ende eines Fluchtweges der irischen Riesen Finn McCool gewesen sein, der sich nach Schottland vor einem Rivalen flüchtete. 1772 wurde das Naturwunder vom Wissenschaftler Sir Joseph Banks wiederentdeckt. Seit dem dient es als Inspirationsquelle für Künstler aus verschiedenen Epochen und Sparten: So ließen sich z.B. der Komponist Felix Mendelssohn, der Maler J. M. W. Turner oder die britische Rockband Pink Floyd in den Bann der Felsformation ziehen. Die Höhle liegt auf der kleinen Insel Staffa und wird nur von wenigen Booten direkt angefahren.

4. Buchanan Castle – Das verwunschene Schloss mit einem grausigen Geheimnis

Ein weiteres Schloss in unserer Liste, welches aber kaum unterschiedlicher als das farbenfrohe Kelburn Castle sein kann: Für Abenteurer und Gruselfans sind die verlassenen Gemäuer des Buchanan Castles genau das Richtige. Ursprünglich als Domizil für eine Herzogsfamilie gedacht wurde es 1925 in ein luxuriöses Hotel mit Golfplatz transformiert. Während des zweiten Weltkrieges wurde das Schloss dann als Krankenhaus genutzt – Patienten waren hier u.A. Soldaten, Offiziere und Berater aus dem nationalsozialistischen Deutschland, wie z.B. „Hitlers rechte Hand“ Rudolf Hess. In der Nachkriegszeit wurde das Gebäude kurzzeitig als Schule genutzt, doch schließlich wurde es den Gewalten der Natur überlassen. Der anliegende Golfplatz wird immer noch genutzt, doch das Schloss verfällt immer mehr und ist ein großartiger Schauplatz für eine gruselige Atmosphäre…

5. Fairy Pools – Ein Bad mit Elfen und Feen nehmen

Eiskaltes, aber glasklares Wasser empfängt die Besucher an einem der magischsten Plätze in ganz Schottland. Die Rede ist von den Fairy Pools, die ein beleibtes Ziel für ambitionierte Fotografen und mutige Outdoor-Schwimmer ist. Rund um die kleine Ansammlung der Mini-Wasserfälle sind viele Tierarten Zuhause, wie z.B. Rehe, Schafe und Hasen – Elfen und Feen sollen sich an diesem schönen Fleckchen Erde auch herumtreiben, wie viele schottische Legenden besagen. Die Wasserfälle sind ca. 20 Minuten vom Glen Brittle Parkplatz entfernt und auch der Weg selber wird von vielen Touristen schon als lohnenswert an sich beschrieben.

6. Largs Viking Festival – Feste feiern wie ein Wikinger

Jedes Jahr am letzten Dienstag im Januar erinnert ein spektakuläres Festival an die nordischen Krieger die die schottischen Shetland Inseln besiedelt haben – die Wikinger! Mehrere Tausend Besucher schlüpfen für diesen Tag in metallische Rüstungen und setzen sich mit Hörnern bestückte Helme auf, um ihre wilden Vorfahren zu zelebrieren. Die Wikinger ziehen in einer Prozession durch die kleine Stadt Lerwick mit Wikingergesang, die schließlich in einer zeremoniellen Verbrennung einer Kopie eines Wikingerschiffes endet. Das Eintagesfestival erfreut sich seit langjähriger Tradition und lockt aufgrund seines authentischen Schauspiels Touristen aus aller Welt an.

7. The Fairy Glen – ein verstecktes Juwel auf der Isle of Skye

Fairy Glen zählt nicht unbedingt zu den meist besuchten Attraktionen auf der traumhaften Isle of Skye, doch das macht unter anderem die Magie dieser Landschaft aus. Besonders prägnant ist die mysteriöse Steinformation, die sich spiralförmig inmitten der grasgrünen Szenerie befindet. Die leuchtenden Farben von Fairy Glen lassen wie in Schottland so oft an märchenhafte Legenden von Elfen und Feen glauben. Den besten Blick hat man auf einer alten Schlossruine auf einem Hügel, welches die mystische Kulisse noch abrundet.