„Das glaubt dir doch wieder kein Mensch! Ein Dinner in einem Steinbruch? Einem Marmorsteinbruch?“, dachte ich kurz als vor drei Wochen die Einladung aus dem kleinen Dorf Laas (ca. 1 Stunde von Meran entfernt) via Mail reinflatterte. Zwar habe ich bereits an den absurdesten Orten auf dieser Welt geschlemmt, aber was mir nun angeboten wurde, war mir bislang nicht begegnet: ein 6 Gänge Menu in 1600 Höhenmetern in der Tiefe eines Berges umringt von weißem Marmor.

Nun denn, getreu der Ansage: „Her mit dem schönen Leben!“, sagte ich natürlich zu und gestern Abend war’s so weit. Doch bevor ich die Genussmomente in dieser mehr als beeindruckenden Location abfeiere, kurz noch ein Absatz zum Hintergrund dieser einmalige Inszenierung.

Das kleine malerische Dörfchen Laas, in der Region Vinschgau, ist vor allem für eins bekannt, dem „Laaser Marmor“. Gerne auch das „Weiße Gold“ genannt, ist Laaser Marmor sogar noch härter, reiner und weißer als der weltweit bekannte Carrara Marmor.

Durch seine Eigenschaften ist der Südtiroler Marmor auf dem gesamten Erdball zu finden: Aktuell wird die neue U-Bahn Station des WTC in New York damit ausgeschlagen. Weiterhin findet man ihn auf Yachten von Scheichs, in Boutiquen von Michael Kors oder US Soldatenfriedhöfen sowie natürlich auch als Basismaterial des Queen Victoria Memorials vor dem Buckingham Palace und diverser anderer Statuen in München, Wien, Prag, Singapur, Ryadh, Kuala Lumpur etc. Darüber hinaus noch ein kleiner Hinweis an meine Berliner Community: Auch der halbe Eingangsbereich der Humboldt Universität ist in Laaser Marmor gekleidet.

Das Event: Der Bruch ist normalerweise nicht öffentlich zugänglich. Doch einmal im Jahr, voranging im Sommer, findet ein aufwendiges Dinner statt, um den „weißen“ Stolz der Region gebührend zu würdigen und die Location wenigstens einmal öffentlich zu genießen.

Doch damit nicht genug: Nach dem Dinner geht es in die Heiligen Hallen, in die endlosen Tiefen des riesigen weißen Marmorbruchs. Und mit Verlaub, es mag eine Sache sein, in atemberaubender Kulisse fürstlich zu dinieren, aber anschließend mit ’nem Jeep durch die weißen Abgründe eine Berges zu heizen, ist mehr als abgefahren. Was für ein Erlebnis. Ich danke für diesen wundervollen Abend.

Zu guter Letzt ein kleiner abschließender Satz: Auf dieser Tour bin ich nicht allein, ich hab auch Freude dabei. Liebste Jessie, lieber Johann und Emil mein Herz: Nun verbindet uns neben der Freundschaft ein weiteres Erlebnis: “Wisst ihr noch damals, bei unserem Dinner im Marmorbruch…?“

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