Das Dschungelbuch, also der Zeichentrickklassiker von 1967, kann für sich beanspruchen, einer der ganz wenigen Filme zu sein, die ich bestimmt über 10 Mal gesehen habe. Die Geschichte um den Waisenjungen Mogli, der im Dschungel ausgesetzt, von einem Panther gefunden wird und in einem Bären seinen besten Freund findet, mit dem er allen Gefahren trotzt, bietet ja auch genau den Stoff, der das Kinderherz erfreut. Allein schon, weil Balu „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ singt.

Mit dieser Gemütlichkeit und der kindlichen Harmlosigkeit des Zeichentrickfilms wird im neuen Remake von Disney kräftig aufgeräumt. Der Film, der im April 2016 in die US-Kinos kommen soll, ist ein Live-Action-Hybrid, in dem das Spiel realer Schauspieler in eine fotorealistische, vom Computer generierte Dschungel-Welt eingebettet ist. Balu ist also auch nur eine sehr realistische Illusion…

Der Trailer macht es klar: Das Dschungelbuch 2.0 will auch kein Kinderfilm sein. Dafür ist er zu düster, zu rasant und zu wuchtig. Die Schlange Kaa tritt als riesenhafte Anakonda auf und King Louie scheint der heimliche Zwillingsbruder von King Kong zu sein. Vielmehr wirkt es so als solle der Film als Futter für die abgestumpfte, an Action übersättigte Generation derer dienen, die vor 10 Jahren noch heulten, als Baghira Mogli zu den Menschen zurückbringt.