Kevin Kantor wurde mit 20 Jahren sexuell missbraucht. Kevin ist schwul. Nachdem er sich zum Krankenhaus fahren ließ und der Polizei die Tat schilderte, entschied er sich für die nächsten zwei Jahre kein Wort mehr darüber zu verlieren. Verletzt und entmutigt durch die Polizei. „Warum er sich als Mann nicht gewehrt hätte“, wollten die Beamten wissen – Eine Frage, die richtiges oder falsches Verhalten voraussetzt.

Zwei Jahre später, die Tat verdrängt, schlägt Facebook ihm seinen Peiniger als neuen Freund vor. Drei gemeinsame Freunde. Wie betäubt klickt sich der Student aus Colorado durch das Leben des Mannes. Kevin kennt jetzt seine Freunde, seine Familie, Musikvorlieben, Babyfotos. Kevin entscheidet sich über die Tat zu reden – mit tausenden von Zuhörern. Der Schauspieler nutzt den Poetry Slam Wettbewerb seines Colleges. In einem bewegendem Gedicht erzählt er von der Tat. Und gewann. Ein Gewinn vor allem auf persönlicher Ebene. Weiter gekämpft werden muss trotzdem: für ein Bewusstsein rund um das Thema Missbrauch,- welches Männer gleichermaßen angehen kann wie Frauen, Heterosexuelle wie Homo- oder Transsexuelle.
Kein Opfer sollte sich jemals rechtfertigen müssen.

Seinen Vergewaltiger hat Kevin nie angeschrieben oder angezeigt.
Vielleicht ist er ja bereits unter den 500.000 Youtube-Viewern seines Poetry Slams.

In jedem Falle,
Chapeau Kevin Kantor!