Chile Film.001

Die Geschichte hat das chilenische Kino fest im Griff. Kaum eine Geschichte lässt sich erzählen, ohne die Geschehnisse der Pinochet-Diktatur zu thematisieren. Doch gerade daraus entfalten die jüngsten Filme ihre Wucht: Indem man die Vergangenheit zum Thema macht, emanzipiert man sich von der Schockstarre ihrer Aufarbeitung. Wir stellen die fünf besten Filme der letzten Jahre vor.

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1. NO! – Pablo Larraín

 

Darum geht’s: Chile, 1988. Diktator Pinochet lässt eine Volksabstimmung über die Fortführung seiner Präsidentschaft durchführen. Alle Prognosen sagen den Sieg Pinochets voraus, der Staat und Medien mit eiserner Hand kontrolliert. In dieser fast aussichtslosen Situation engagieren die Führer der Opposition den brillanten jungen Werbefachmann René Saavedra, der eine Kampagne startet, die das Volk überzeugen soll, NO! zu sagen.

Mit der lateinamerikanichen Allzweckwaffe Gael García Bernal in der Hauptrolle. War 2012 in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film für einen Oscar nominiert.

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2. GLORIA – Sebastián Lelio

 

Darum geht’s: Gloria ist 58 Jahre alt, geschieden und ihre Kinder sind schon aus dem Haus. Doch allein will sie ihre Tage und Nächte nicht verbringen. Dem Alter und der Einsamkeit trotzend, tanzt sie voller Lebenslust auf Single-Partys und flirtet, was das Zeug hält. Als sie den sieben Jahre älteren Rodolfo kennenlernt, scheint sie endlich eine neue Liebe gefunden zu haben. Doch was leidenschaftlich und liebevoll beginnt, wird für Gloria bald zu einer emotionalen Achterbahnfahrt, an der auch die politische Vergangenheit Chiles ihren Anteil nimmt.

Avancierte auf der Berlinale 2013 schnell zum Publikumsliebling. Hauptdarstellerin Paulina García gewann für ihre Rolle den silbernen Bären.

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3. MACHUCA, MEIN FREUND – Andrés Wood

 

Darum geht’s: Unmittelbar vor der prägendsten politischen Veränderung der Geschichte, dem Militärputsch 11. September 1973 angesiedelt, erzählt der Film die Geschichte einer ungleichen Freundschaft: Gonzalo, aus wohlhabendem Elternhause und Pedro, der in einer illegalen Armensiedlung am Rande Santiagos aufwächst, besuchen dank des engagierten Priesters McEnroe diesselbe Schule und entwickeln schon bald eine tiefe Freundschaft zueinander, vor der soziale Unterschiede nichtig werden.

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4. NOSTALGIA DE LA LUZ – Patricio Guzmán

 

Darum geht’s: Diese Dokumentation nimmt uns mit an einen Ort, der Gesicht und Identität Chiles prägt wie kein anderer, die Wüstenlandschaft der Atacama. Hier kommen nicht nur Astronomen aus der ganzen Welt zusammen, um mit riesigen Teleskopen die Geheimnisse des Sternenhimmels zu suchen, die Wüste ist auch der Ort, an dem die Mütter von Opfer der Pinochet-Diktatur, die hier namenlos verscharrt wurden, in der Vergangenheit graben.

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5. VIOLETA PARRA – Andrés Wood

 

Darum geht’s: Dieses Biopic erzählt die Geschichte der chilenischen Musikerin, Komponistin, Folkloristin und Künstlerin Violeta Parra, die in den 1960er-Jahren die Stilrichtung des „Nueva Canción“ begründete, in der sich religiöse, spirituelle und sozialkritische Elemente zu einer stillen Anklage vermengen. Es zeichnet auch das Bild einer getriebenen Frau, die ihrem Leben mit nur 49 Jahren ein Ende setzte.

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