Über drei Jahre hinweg begleitete der russische Fotograf Igor Samolet eine Clique von Jugendlichen aus einer namenlosen nordrussischen Stadt durch wilde Nächte und ranzige Abrisshäuser, stets einem hemmungslosen Stakkato von Rausch, Sex, Gewalt und Pornographie nachjagend, in dem sich jedes Gefühl für Zeit auflöst.

Es ist nicht so, dass diese Jugendlichen nie eine Chance hatten. Sie gingen zur Schule, auf die Uni, viele machten ihren Abschluss. Woran sie scheiterten, war die bittere Tatsache, dass ihre Familien schlichtweg nicht in der Lage waren, ihnen das bereitzustellen, was es für den Start in eine selbstbestimmte Zukunft bedarf. Statt sich aus eigener Kraft gegen diese sozialen Schranken aufzulehnen, zogen sie es vor, sich einem von Alkohol und Drogen endlos befeuerten Bewusstseinsrausch hinzugeben, der keine Gedanken an den Morgen danach zulässt.

Trotzdem will der Fotograf seine Serie „be happy!“ nicht als pessimistisches Sozialporträt verstanden wissen, lieber konzentriert er sich auf die Dinge, welche die Jugend ausmachen: Freundschaft, Liebe und die Suche nach dem Glück.

“I did not want to turn this project into a social drama. I tried to focus on the feelings that are so important in youngsters’ age – love and friendship.”

Igor ist nicht bloß ein unbeteiligter Beobachter, der das Treiben aus gewisser Distanz abmisst, sondern fühlt mit seiner Kamera der rauschhaften Dynamik dieser unsteten Existenz nach. Auch deshalb stieß das Fotobuch, das bei Peperoni Books erschien, auf begeisterte Kritiker.

Alle Fotos der Serie und Igors ausführliches Statement dazu findet ihr hier.

 

 

 

 

 

 

 

Alle Fotos © Igor Samolet