Allie führt die Liste interessanter Berliner Musiker, die in letzter Zeit unsere REFlections beherrschen, fließend fort. Die Musik auf seinem gerade erschienenen, selbstbetitelte Album, das übrigens ein Einhorn auf dem Cover trägt, möchte man einerseits am liebsten in Watte packen, so zerbrechlich wirkt die Melange aus dahingeflüsterten Vocals und behutsamen Instrumentals. Andererseits sind da die düster-energetischen Songs, die merkbar am Trap orientiert sind. „Allie“ ist überall im Handel erhältlich. Für uns beantwortete der Wahlberliner die Fragen der REFlection.

ICH.

WAS BEDUETET „TUN“ IN DEINER WELT?

Sowas wie Machen? Solange Machen nicht sowas wie Herstellen bedeutet.

WAS „NICHTS TUN“?

Hab ich noch nicht ausprobiert.

DEINE ARBEIT.

1. ALLES FING DAMIT AN, ALS ICH…

einer Künstlerin erzählt habe, dass ich’s nach dem Studium ein Jahr lang mit der Musik versuchen will, und von ihr ausgelacht wurde. „Ein Jahr? Das ist dein Leben!“

2. MEIN JOB IST FÜR MICH…

mein Leben.

3. HEUTE SIEHT EIN GEWÖHNLICHER ARBEITSTAG BEI MIR FOLGENDERMASSEN AUS:

12 Uhr: aufstehen, einen halben Liter Ingwertee machen, frühstücken, dabei Berliner Rundfunk 91.4 (Berlins beste Musik) hören und „inspirieren“ lassen
13 Uhr: den Ingwertee trinken, Facebook checken; anschließend: Mailarbeit (Promotion/Booking Reaktion UND Aktion)
18 Uhr: Mittag essen gehen
19 Uhr: merken, dass man ja heute noch garnicht richtig draußen war. Spaziergang um den Block.
20 Uhr: Facebook-Post Primetime
21 Uhr: die Kreativität erwacht so langsam. Musik machen!
23 Uhr: Abendessen
0 Uhr: Weitermachen! Oder Film gucken.
4 Uhr: Schlafenszeit!

4. DEN GROESSTEN EINFLUSS AUF MEIN SCHAFFEN HAT…

im Moment Standup Comedienne Maria Bamford. Heldin!

5. MEIN AKTUELLES PROJEKT TRÄGT DEN NAMEN:

„Allie – top oder Flop?“

6. HIERBEI GEHT ES UM…

eine langfristig angelegte Kosten/Nutzen Aufstellung des Musikschaffens. Kosten = Investition von Zeit, Liebe, Kraft und Cash; Nutzen = geschockte Herzen (das eigene und das anderer). Es geht dabei darum, die Karre auf der Straße zu halten.

DEIN LEBEN.

1. DAS BIN ICH GEWORDEN:

Viel zu ambitioniert.

2. DAS WOLLTEN MEINE ELTERN IMMER:

Egal.

3. DAS HABE ICH MIR EINFACHER VORGESTELLT:

Einen Konzertraum voll kriegen. Und OkCupid.

4. UND DAS SCHWIERIGER:

Von Musik leben können. Und Tinder.

 WIE LAUTET DEINE FRAGE?

Wie schafft man’s im Showbiz?

Foto: © Annette Staack

 

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