Etwas zerfleddert sehen sie aus, die Spuren der letzten Nacht sind noch deutlich erkennbar, wie sie da zusammengekauert an der Wand lehnen, ihre Flasche fest umklammert mit den aus Stoffresten zusammengenähten Ärmchen. Aus dem Flaschenhals ragt, gut sichtbar, ein gerolltes Blatt Papier, auf dem fein säuberlich ein Gedicht geschrieben steht.

Den aus allerlei verwertbarem Material kreierten Stoffpuppen kommt eine bedeutende Aufgabe zu, denn sie fungieren als Mittler zwischen ihrem Schöpfer, dem us-amerikanischen Mixed Media-Künstler und Poeten Andy Knowlton und einer zufälligen Leserschaft. „The Drunken Poets“ nennt Andy seine in Handarbeit gefertigten Püppchen.

Dutzende derartiger Puppen hat der in Seoul lebende Künstler schon auf den Straßen der Nachbarschaft Itaewon platziert. Die Idee der Takeaway-Art, der „Kunst zum Mitnehmen“ ist ebenso populär wie bewährt, genau wie das romantische Bild der Flaschenpost.

Da das Projekt keineswegs abgeschlossen ist, empfiehlt es sich, regelmäßig einen Blick auf den „Drunken Poets“-Tumblr zu werfen. Wer selbst eine Puppe basteln will, sieht sich das Video an.

 

 

 

 

Alle Bilder © Andy Knowlton/>