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Ein Lied kann alles sagen und selbst die schlimmsten Situationen retten. Mein Rettungslied ist „Beth/Rest“ von Bon Iver. Ja, ich bin ein Kind der 80er Jahre – danach klingt es nämlich.

Ja, ich bin romantisch veranlagt. Ja, auch ich grübele immer noch über den Text. Und ja, ich höre das Lied seit Jahren in Dauerschleife. Es hat mich in Vietnam begleitet, als ich von Hanoi nach Hoi An eigentlich mit einem etwas besseren Zug fahren wollte, diesen dann aber trotz besserem Wissen nur zwei Tag statt drei Tage vorher buchen wollte – und keinen Platz mehr bekam.

Stattdessen saß ich in einem sieben Stunden länger brauchenden Zug – in einem fleckigen Bett, am Wagenende ein Klo, das ich nur einmal betreten konnte. In meinem Abteil waren müde Bauarbeiter, die kein Wort Englisch sprachen und auch sonst keine Lust auf meine sonst immer funktionierende Kommunikation per Hand oder Fuß hatten.

Aber ich hatte einen voll geladenen iPod und mein Lied. Und wenn ich das Lied heute höre, dann sehe ich immer noch die Reisfelder am Zugfenster vorbeirollen und die dramatische Küste und die Wasserfälle auf der anderen Seite. Und insgeheim wünsche ich, dass ich meinen Traummann daran erkenne, dass „Beth/Rest“ auch sein Lieblingslied ist.


#irefLAUSCHANGRIFF
#irefLAUSCHANGRIFF: Hier geht es um den Soundtrack des Lebens. Welche Musik treibt uns an, bestimmt unsere Launen und hat sich als unverzichtbar erwiesen.