Wenn man sich eine typische amerikanische Geisterstadt vorstellt, denkt man an die verfallenen Ruinen einer längst vergessenen Western-Stadt, versunken im Wüstenstaub. Doch das kanadische Kitsault, 1.300 Kilometer von Vancouver, wirkt, als wäre es nie verlassen worden. Perfekt gemähte Rasen, saubere Häuserfassaden und eine komplett intakte Infrastruktur lassen nicht darauf schließen, dass die Kleinstadt schon seit 1982 ohne Einwohner ist.

Der Grund, weswegen Kitsault errichtet wurde ist gleichzeitig der Grund, warum es nach nicht mal zwei Jahren in Vergessenheit geraten ist: Molybdän. Das ist ein Metall, welches zur Härtung von Stahl und Metalllegierungen zum Einsatz kommt und typisch für die Region ist. Um das Molybdän abzubauen, errichtete man die Kleinstadt für die Arbeiter, damit sie nicht ständig hin- und herpendeln mussten. Die Arbeiterstadt Kitsault entstand. Es wurden nicht nur Mitarbeiterhäuser gebaut, sondern auch Vergnügungsmöglichkeiten wie Kino, Kneipe und Schwimmbad, um die Arbeiter bei Laune zu halten.

Doch 1982 sank der Preis für Molybdän, die Minen schlossen und die 1.200 Bewohner mussten die Stadt verlassen. 2005 kaufte der in Indien geborene Geschäftsmann Krishnan Suthanthiran die Stadt für 7 Millionen Dollar auf und investiert in die Wiederbelebung von Kitsault. Besucher können für einen Aufpreis und unter Anmeldung Kitsault besuchen und sich einen eigenen Eindruck von der Geisterstadt machen.

 

Photo Credits: Bob Steventon