Wenn man K.I.Z. für ihre neue Single „Boom Boom Boom“ etwas zugute halten kann, dann die Gewissheit, dass sie es nicht verlernt haben zu provozieren. Waren ihre Texte vorher oft in die Uneindeutigkeit von Ironie und Sarkasmus gehüllt, sodass man sich um deren Auslegung streiten konnte, fährt die neue Single eine so drastische wie explizite Breitseite gegen alles auf, was K.I.Z. in diesem Land zum Kotzen finden: Doppelmoral, Rassismus und Ausbeutung.

Der Refrain, der die wütende Tirade gegen die Gesellschaft in einer übertriebenen Gewaltfantasie gegen „alle“ gipfeln lässt und die Identifikation von K.I.Z. mit „Selbstmordattentätern“ in der 3. Strophe sind, bei aller Lust an der Provokation, zu stumpf für den Rest der Lyrics geraten.

Am 3. Juli erscheint übrigens das Album mit dem zukunftsfrohen Titel „Hurra, die Welt geht unter“.

Ihr Partypatrioten
Seid nur weniger konsequent als diese Hakenkreuz-Idioten
Die geh’n halt noch selber ein paar Ausländer töten
Anstatt jemand‘ zu bezahl’n, um sie vom Schlauchboot zu treten

– Auszug aus der 2. Strophe –