Hierzulande denkt man bei Afrikanischer Mode an buntgemusterte Stoffe und weite Kaftane bedruckt und verziert mit ethnischen Mustern. An übergroßen Perlen Schmuck und traditionelle Wachstoffe.

Längst haben es diese Style Elemente bis zu uns geschafft, und lassen sind in reduzierter Form in den Kollektionen vieler großer Designer und auch in dem Schaufenster kommerziellen Modeketten, wiederfinden. Eine Zeitgenössische Auseinandersetzung mit Afrikanischer Mode lässt sich außerdem in ungewöhnlichen Kollaborationen wiederfinden und in neuen Modischen Digital Konzepten wie das von 2ManySiblings (mehr dazu findet ihr hier). Trendforscher prophezeien: Afrika ist das nächste große Ding in der Modewelt, doch abseits der modischen Kommerzialisierung existieren auch in Afrika Szenen und Subkulturen die sich mit ihrer modischen Erscheinungsform von der Gesellschaft und dem Trend abheben:

Sapeurs

Die Sapeurs ( Sape = Franz. Kleidung) stehen für einen besonders eleganten Kleidungsstil, der im deutlichen Kontrast zu den Lebensumständen des Trägers steht. Ihre modische Eleganz und Lebensstil, welcher vorallem in seiner Erscheinungsform an die des Dandys erinnert, besitzt aber auch einen politischen Hintergrund. In den 1970ern nutzen die Sapeurs diese besonders elegante und formale Kleiderwahl, um optisch nicht als Rebellen wahrgenommen zu werden, obgleich sie gegen die Politik des damaligen Präsidenten protestierten. Die Sapeurs sind vor allem in der Republik Kongo zu finden.

Swankas

Ähnlich wie die Sapeurs, sind Swankas für ihre schicken Anzüge im Stil der 1950er Jahre bekannt. Jedes Wochenende wird von den Swankas in Johannesburg eine Art Tanz / Modenschau die auch „Swenking“ genannt wird aufgeführt. Hier werden die Bestgekleideten mit Geld oder Viehpreisen gekürt.

Herero Victorians

Dieser Stil ist inspiriert von deutschstämmigen Missionaren, die Anfang des 1900 Jahrhunderts erstmals den afrikanischen Kontinent bereisten. Gerade bei den Frauen erkennt man in den langen und weiten Kleidern den Victorianischen Kleidungsstil wieder und da Kleider per Hand hergestellt werden, lassen die Trägerinnen hier ihren persönlichen Geschmack im Design miteinfließen. Bei den Männern hatte der Kleidungsstil einen anderen Ursprung, hatte ein namibischer Kämpfer einen deutschen Soldaten getötet, galt es als chic und eindrucksvoll dessen Kleidung aufzutragen. Heute ist dies natürlich nicht mehr der Fall, der Kleidungsstil ist dennoch ein festverankerter Teil der Kulturellen Identität der Herero Victorians geworden.

Ukukhotana (oder Izikhothane)

In Südafrika, genauer gesagt in Johannesburg findet sich eine Subkultur deren Mode vor allem bei jungen Männern großen Anklang findet. Man erkennt Ukukhotana Jungs vor allem an ihrer sehr teuren Markenkleidung wodurch sie sich deutlich von ihrer oft ärmlichen Herkunft abheben. Es wird afrikanischer und amerikanischer Rap gehört und die Dance Battles die sich die Jungs auf den Straßen liefern, könnten genauso gut Musikvideos ihrer Idole sein. Zu den Performances gehört auch das Verbrennen von Geldscheinen oder das verschütten teuren Alkohols auf den Straßen Johannesburgs.

Renegardes

In Botswana gibt es das Phänomen der “Renegardes” eine Subkultur, die von modischen Codes des Metal und Rock beeinflusst wurde. Rock Band T-Shirts, Nieten, Leder und Cowboyboots sind sehr beliebt und auch die Musik internationaler Meterbands liegt nicht nur bei den Renegardes voll im Trend, es heißt auch der Botswanische Präsident, Ian Khama sei Heavy Metal Fan.

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