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Das Fenster ist eine transparente Grenze zwischen privatem und öffentlichem Raum. Es lässt nicht nur Blicke von Innen nach Außen zu, sondern ermöglicht auch dem Außenstehenden einen, nur von den Maßen des Fensterrahmens begrenzten Einblick in das Leben einer fremden Person.

Nicht verwunderlich also, dass das Fenster seit jeher ein beliebtes Motiv in der Kunst ist. Nicht nur Maler bedienten sich des Blicks durch ein Fenster, auch die erste dokumentierte Fotografie wurde durch ein Fenster aufgenommen. 1826 richtete Joseph Nicéphore Niépce seine Lochkamera auf das Fenster als Lichtquelle aus, um ein sogenanntes „solar drawing“ zu erzeugen und dem Betrachter den täglichen Ausblick des Künstlers zu offenbaren.

Und noch einen Reiz trägt der Blick durch’s Fenster: er befriedigt unser voyeuristisches Interesse, unsere Neugierde und unseren Drang, uns mit anderen zu vergleichen. Der italienische Fotograf Giorgio Barrera, der in Mailand lebt und arbeitet, begann 2002 die Arbeit an „Through the Window“ und nahm bis 2009 zahlreiche Fotos in Norwegen, Spanien, Deutschland, Finnland, Schweden und natürlich Italien auf, die den Betrachter in die privilegierte Position eines geschützten Beobachters bringen, der an den Szenarien hinter den Fensterscheiben teilnehmen kann.

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ARTIBAI ONDARROA

Alle Bilder © Giorgio Barrera

 

 

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