Mitten im schweizerischen Safiental auf 1.800 Meter höhe steht ein luxuriöses Doppelbett in der Landschaft. Nur zwei Kommoden mit Lampen und ein gefliester Boden umgeben das merkwürdige Konstrukt – Wände und Dach fehlen vollkommen. Was man erst für einen seltsamen Scherz halten könnte, erweist sich als zweiter Geniestreich der Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin: Das sogenannte «Null Stern Hotel» . Hinter der Installation steht die Idee der kompletten Immobilienbefreiung und der Relativierung des 5-Sterne-Maximierungsdenken. Statt dem Streben nach möglichst vielen Hotelsternen steht die Begegnung mit der Region und der individuellen Gestaltung seines Ferienerlebnisses im Vordergrund. Die lokale Bevölkerung schlüpft in die Rolle des Hoteliers, Rezeptzionisten und Zimmerservices gleichzeitig und vertreibt das Hotelzimmer gemeinsam. Jeder Einwohner wird durch einen „Modern Butler Verein“ selber mal zum Gastgeber und kommt mit den Hotelgästen in direkten Kontakt.

Schon 2008 sorgte das Geschwister-Duo für mediale Furore, als sie die erste Version der „Null Stern Hotels“ in umgebauten Bunker vorstellten. 2010 kürte das GEO den Bunker zu einem der Top 100 Hotels in Europa. Die ländliche Fortsetzung ist ab sofort bezugsfähig und kostet 250 CHF pro Nacht.

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