Benoît Paillé hasst Landschaften. Nicht die Landschaften selbst, aber die konventionelle Landschaftsfotografie. Warum sagt er nicht, vielleicht aber liegt es an der landschaftlichen Schönheit rings um seine Heimatstadt Montreal, einer buchstäblichen Übersättigung an „Landschaft“.

Deshalb kreiert er sich in seinem Projekt „Alternative Landscapes“ seine eigene Vision von Landschaft. Dazu wählt er ein ungewöhnliches Setting. Zwar zieht es ihn sehr wohl in die Natur, doch einerseits ist dies ein nächtliches Unterfangen und andererseits fotografiert er ohne Blitz. Um sicher zu stellen, dass der Betrachter dennoch etwas sieht, bedarf es in jedem Fall einer Lichtquelle. Zu diesem Zweck greift er aktiv in die natürliche Umgebung ein, indem er ein 1×1 m großes, leuchtendes Viereck inmitten des gewünschten Motives platziert. Auf diese Weise kann er steuern, welcher Bereich des Bildes beleuchtet wird und sich so seine eigene, nächtliche Landschaft erschaffen.

Was wirkt wie nachträglich digital bearbeitet, geschah ausschließlich analog. Alle Quadrate, die in den Bilder zu sehen sind, hat Benoît tatsächlich dort platziert. Die Wirkung ist verblüffend, eine sehr poetische Installation.

Alle Bilder © Benoît Paillé

 

MEHR VON BENOÎT