Dank dem alljährlichen Festreiben in Köln assoziieren wir Karneval, oder auch „Fasching“ vor allem mit knallbunten Kostümen und ausgelassener Stimmung. Doch in einem kleinen italienischen Bergdorf dominiert vor allem eine Farbe die Karnevalsumzüge: Schwarz.

Denn im norditalienischen  Schignano steht der historische Aspekt der Festlichkeit mehr im Vordergrund. Das „Bèj“ und das „Brut“, das „Schöne“ und das „Groteske“ werden an den Tagen zelebriert, sowie die Geschichte der Stadt selbst. Früher verließen die Männer im Frühling Schignano, um als Gastarbeiter ihr Geld zu verdienen. Der Karnevalsprozess steht sinnbildlich für den Weg der Männer aus der Stadt.

Im Dorf sind alle Bewohner an den Festlichkeiten beteiligt. So schnitzen die Künstler die Masken, die Frauen nähen die Kostüme und junge Männer trumpfen durch ihre schauspielerische Leistung während des Umzugs. Kinder freuen sich auf den Karneval mehr als auf Weihnachten, da es das soziale Zusammensein der Stadt stärkt.

Der Fotograf Mattia Vacca ist einer der ersten Besucher, der das alljährliche Schauspiel dokumentieren durfte. In seinen Bildern wird die dunkle, aber nicht als böse empfundene Seite des Karnevals sichtbar. Mehr Bilder könnt ihr in seinem Buch, „A Winter’s Tale“ sehen.