Was sich anhört wie ein mysteriöses Paradox, ist der Alltag der in London lebenden Jacqui Kenny: Diese leidet nämlich unter Agoraphobie, der sogenannten „Platzangst“. Was wir üblicherweise mit „Platzangst“ assoziieren ist die Angst vor zu engen oder kleinen Räumen, doch bei Jacqui ist es der genau umgekehrte Fall: Sie hat Angst, ihre eigenen Wände zu verlassen, weil sie unbekannte Orte fürchtet. Und so verbringt sie die meiste Zeit Zuhause und kann von fernen Orten nur träumen.

Doch Jacqui hat einen Weg gefunden, trotz ihrer Angst um die Welt zu reisen: Mithilfe von Google Maps erkundet sie entlegene Ortschaften der Mongolei, Chile und Senegal. Wenn ihr eine Landschaft besonders gut gefällt, macht sie einen Screenshot und postet ihn auf ihrem Instagram-Account, der mittlerweile über 80.000 Fans hat. Für ihre erste Ausstellung wagte sich die Künstlerin tatsächlich nach New York um in einer Galerie ihre nostalgischen Bilder von eingefrorenen Landschaften auszustellen.

Concept and curation by Jacqui Kenny. Imagery @2017 Google