Großstadtdschungel, Betonwüste, Häuserwald- in den Metaphern, mit denen wir über die Architektur moderner Großsstädte sprechen, scheint sie noch auf, die Natur. Im täglichen Leben zwischen all den glänzenden Glasfassaden und grauen Stahlbetonbunkern hingegen erscheint uns nichts weiter entfernt, als die Vorstellung einer wilden, unberührten Naturlandschaft.

Der Berliner Fotograf Jan Herdlicka geht sogar noch einen Schritt weiter. Für ihn ist die Vorstellung der Natur als Gegenkonzept zur Zivilisation längst überholt, blickt man doch, wohin man schaut, immer in Landschaften, denen der Mensch ihre Form gab:

„Natur ist schon längst das, was der Mensch daraus gemacht hat. Ein hybrides Gebilde aus Bäumen und Straßen, Beton und Gewässern.“

Vielleicht entstand seine Serie RE:KONSTRUKT aus dem Bedürfnis, die natürlichen Wurzeln der Stadt freizulegen. In fünf Collagen lässt er ikonische Elemente Berliner Architektur einem dichten Wurzelgeflecht entwachsen und verhilft der Natur damit zu ihrem Recht als Ursprung aller Zivilisationsbestrebungen.

Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis für alle, die sich Kunst nicht nur in ihrer digitalen Version ansehen möchten: Vor nicht allzu langer Zeit erschien auch eine kleine Druckauflage der RE:KONSTRUKT-Serie, die ihr hier ganz easy erwerben könnt.

 

 

 

 

Fotos © Jan Herdlicka

 

 

MEHR VON JAN