Vor einiger Zeit gab es mal einen amüsanten Tumblr-Blog, der die bemerkenswert hohe Präsenz von IKEA-Möbeln und Accessoires in Pornofilmchen identifizierte. Weil der schwedische Einrichtungsgigant dieser unverhofften Werbung für die eigene Designlinie aber eher verkrampft gegenüberstand, beugten sich die Schöpfer des Blogs schließlich der Androhung rechtlicher Schritte und leerten ihre Seite wieder.

Auch in den Bildern der britischen Fotografin Jo Broughton rückt der Hintergrund in den Vordergrund. Als sie während ihrer Studienjahre einen Job als Fotoassistentin in einem Londoner Studio annahm, in dem unter anderem auch Pornos produziert wurden, fotografierte sie immer dann, wenn alle nach Hause gegangen waren und sich Stille über die verlassenen Sets legte.

Der Kontrast zwischen der Stille der Bilder und der Überspannung dieser frenetischen Industrie könnte nicht größer sein. Was in den Filmen als – zugegebenermaßen schrecklich eingerichteter – privater Raum inszeniert wird, löst sich hier durch die Sichtbarkeit des Equipments, der Kulissen und des Studios auf. Einzig die Spuren des Tages – achtlos weggeworfene Kleidungsstücke, Dildos oder Gleitcremes – geben Hinweis darauf, welchem Zweck diese Sets dienten.

Die komplette Serie „Empty Porn Sets“ gibt es hier.

 

 

 

 

 

 

Alle Bilder © Jo Broughton