Verlassene Prunksäle, schaurige Villen, marode Berghotels – der Verfall der Schönheit fasziniert uns seit jeher. Oder ist es die Schönheit des Verfalls?

Der Grazer Fotograf Thomas Windisch hat sich seit zwei Jahren auf Urban Exploration spezialisiert und die Bilder, die er von seinen Ausflügen in die Welt hinter den prunkvollen Fassaden mitbringt, lassen verstehen, warum man die Risiken so bereitwillig hinnimmt, die diese Leidenschaft einschließt: Aus jeder staubigen Ritze steigt der Geist der Vergangenheit empor und gibt der Fantasie so viel Raum, sich auszutoben. Der Glanz der Dekadenz wird langsam vom grün leuchtenden Moos der Natur überwuchert und alles, was hinter den zerbrochenen Fensterscheiben passiert, scheint unbedeutend.

Seine Motive findet er auf vielerlei Arten. Das fängt bei der Online-Recherche an, geht über Zeitungsberichte von Stilllegungen und wird von zufälligen Tips von Locals ergänzt. Manche der Gebäude, die Thomas fotografiert, sind noch nicht so lange sich selbst überlassen oder haben sich erstaunlich gut gehalten. Doch auch dort findet man schon diese Atmosphäre zwischen Melancholie und gespannter Erwartung.

So gern man sich beim Anblick der Bilder selbst auf die Suche nach solch besonderen Orten machen möchte, so vorsichtig muss man sein. Wer nämlich ohne Erlaubnis Gebäude betritt – auch wenn diese verlassen und frei zugänglich sind – bewegt sich rechtlich in trüben Gewässern. Deshalb können wir die einzelnen Locations leider nicht nennen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle Fotos © Thomas Windisch

 

 

MEHR VON THOMAS