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Glaube und Aberglaube sind tief in der Kultur Mexikos verwurzelt. Für jeden Bereich des Lebens, ja für jedes Dorf und jeden Stadtteil gibt es eigene Heilige, die gleichberechtigt neben den anerkannten Heiligen der katholischen Kirche angebetet werden. Der Glaube an die Wundertätigkeit Gottes in irdischen Personen geht sogar so weit, dass curanderos, also spirituelle Heiler, in vielen Gegenden seit langer Zeit erste medizinische Instanz sind und noch vor einem Doktor konsultiert werden.

Manche davon vollbringen gar solch unglaubliche Heilungen, dass ihnen der Status einer landesweiten Berühmtheit verliehen wird. Einer der, wenn nicht der berühmteste Heiler war El Niño Fidencio, der durch seine Taten Anfang des 20. Jahrhunderts tausende Anhänger im ganzen Land fand.

In dessen Namen findet alljährlich eine Wallfahrt in Espinazo statt, die einer riesigen Festivität gleichkommt und tausende Jünger Fidencios zur gemeinsamen spirituellen Reinigung, religiösen Ritualen und zum Gedenken an den großen Heiler versammelt.

Der Fotograf Scott Dalton stieß erstmals in den 90er-Jahren auf diese Form von religiöser Verehrung und war seitdem so fasziniert von der Idee des tiefen Vertrauens und des firmierten Glaubens, dass sich dort manifestiert, dass er 2006 und 2009 nach Espinazo zurückkehrte, um das Geschehen mit seiner Kamera zu dokumentieren.

Scott Dalton ist ein Kenner der lateinamerikanischen Kulturen. Er unternahm mehrere Reisen und lebte 10 Jahre in Kolumbien, wo er als fotografischer Korrespondent für amerikanische und internationale Magazine beschäftigt war und auch den preisgekrönten Dokumentarfilm „La Sierra“ drehte.

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Alle Fotos © Scott Dalton

 

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