Heute Abend wird auf der Berlinale der goldene Bär für den besten Film vergeben. Noch weiß man nicht, welches Werk die begehrte Auszeichnung erhalten wird. Wer sie erhalten sollte, ist Laura Bispuris Vergine giurata – Sworn Virgin. Ein Film, dessen Hauptfigur im Verlauf der Handlung zweimal das Geschlecht wechselt, der große Metaphern wie beispielsweise die Ebenen über- und unterhalb der Oberfläche beim Wasserballett findet, der ohne den erhobenen Zeigefinger soziale Strukturen und Geschlechter dekonstruiert, der auf der formalen Ebene umwerfende Bilder findet und immer wieder in poetischen Plansequenzen erzählt und über dessen 90 Minuten dann doch so scheinbar wenig passiert, dass er einer der leisesten und subtilsten Beiträge im diesjährigen Wettbewerb ist. Und möglicherweise der Beste.