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Mit dem Spezialwissen aus einem filmwissenschaftlichen Studium und dem Selbstbewusstsein aus jeder Menge gewonnener Trivial-Pursuit-Genus-Sessions im Gepäck habe ich mich vor einiger Zeit mit Freunden im SO36 zum Filmquiz eingefunden. Es sollte ein schöner Abend werden. Es wurde ein Albtraum.

Ich kann mich nicht daran erinnern, wie viel wir wussten oder besser: nicht wussten. Ich muss es verdrängt haben, wie man unbewusst schlimme Erinnerungen wegschließt, um weiterhin ein produktiver und geschätzter Teil der Gesellschaft sein zu können. Ich weiß nur: Seitdem gibt es kaum noch Gewissheiten in meinem Leben. Ein einfaches Quiz hatte es geschafft, mich in meinen Grundfesten zu erschüttern.

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Aber ich hatte mich noch nicht aufgegeben. Mein zweiter Versuch, einen lustigen Berliner Quizabend in lockerer Runde zu verbringen und dabei mein Trauma konfrontativ zu bekämpfen, führte mich in die heiligen Fritz-Quiz-Hallen. Hier lässt sich allmonatlich beobachten, wie es aussieht, wenn an das Wort Hoffnung die Endung slosigkeit gehängt wird. Kurz und gut: Der Verzweiflungsgrad der SO36-Erfahrung wurde nicht erreicht, ein Wiedererwachen meines Einser-Schülerinnen-Selbstbewusstseins indes leider auch nicht. Seither versuche ich mir beim Fritz-Quiz immer wieder zu beweisen, dass ich doch ein schlaues Mädchen bin – und scheitere zusehends.

Daher meine Frage: Muss das sein? Ist es eine Form des Sadismus, die Euch Quiz-Herrscher dazu antreibt, Fragen zu stellen, die nur an einem Tisch bestehend aus Mega-Nerds und Professoren aller Fachgebiete zu mehr als 50% gelöst werden können? Oder seid Ihr Euch der vielen kleinen menschlichen Scherbenhäufchen nicht bewusst, die Ihr auf dem SO36- oder Franzz-Club-Boden hinterlasst?

#irefAUFREGER
Unter #irefAUFREGER wird sich ausgekotzt. Hier ist Platz, um alles was nervt, einfach mal runterzuschreiben und sich Luft zu machen.