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Okt
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#WeStandWithOrlando – Gedenken am Pulse Nightclub

Bei dem Attentat von Orlando im US-Bundesstaat Florida am 12. Juni 2016 wurden 49 Menschen getötet und 53 verletzt. Es war das folgenschwerste Attentat in den Vereinigten Staaten seit den Anschlägen vom 11. September 2001, der gravierendste einzelne Gewaltakt gegen Homosexuelle und eines der verheerendsten Massaker in der Geschichte der USA. Millionen Menschen trauern bis heute und für die Angehörigen der Opfer ist nichts mehr, wie es einmal war.

Der Aktivist und Versammlungsleiter der Kölner CSD-Demo im Rahmen des ColognePride, Jörg Kalitowitsch, hatte in diesem Sommer die Idee, eine Fahne in Gedenken an die Opfer von Orlando über bundesweite CSDs in Deutschland tragen zu lassen, um ein Zeichen zu setzen. In 10 Städten wurde die Fahne getragen. Zusammen mit den Bildern der Opfer. Die Aktivist*innen Margot Schlönzke und Ryan Stecken schafften es schlussendlich, auch das Brandenburger Tor in Berlin in Regenbogenfarben anzustrahlen und eine bewegende Trauerfeier in nur wenigen Tagen auf die Beine zu stellen, damit die Community in Würde Abschied nehmen kann. Tausende Menschen folgten ihrem Aufruf.

Die schwarze 36 m² große Flagge trat nun einen ganz besonderen Weg an – nach Florida. Kalitowitsch selbst brachte sie dort hin und traf sich in Fort Lauderdale mit Christopher Rudesill vom “Stonewall National Museum & Archives“. Das Museum sammelt Schreiben, Fotos, Poster und andere Gedenkgegenstände, die im Zusammenhang mit dem schrecklichen Attentat stehen. “Aktuell gibt es mehrere Planungen für Dauer- und Wanderausstellungen, sowie für Tafeln die z.B. an Highschools gezeigt werden sollen, sie sollen gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Allgemeinen mahnen, aber auch zeigen, dass Menschen diesem Hass dennoch mit Liebe begegnen”, sagt Kalitowitsch. Die Fahne wird nun ein Teil dieser Ausstellung. Wo genau die Fahne als nächstes zu sehen ist, steht noch nicht fest. “Ich habe mit Chris besprochen, ob diese Wanderausstellung auch zum ColognePride nach Köln kommen kann. Möglicherweise kann die Ausstellung auch in anderen Städten gezeigt werden”, so Kalitowitsch. “Bis dahin wird die Flagge in einer Box im klimatisierten Archiv des Stonewallmuseum aufbewahrt. Chris wird uns auf jeden Fall auf dem Laufenden halten, wo die Flagge gezeigt wird.”

“Am Ende des Tages sind wir nicht anders, wir sind alle gleich.”

Am Donnerstagnachmittag machte er sich dann auf den Weg nach Orlando. Über 180 km fuhr er quer durch den Bundesstaat. Das Ziel: Der Pulse Club in Orlando. Dort fand am Donnerstagabend auf dem abgezäunten Gelände eine Gedenkfeier statt. Eine berührende Zeremonie, ein Hoffnungsschimmer. Zum allerersten Mal nach dem schrecklichen Attentat, öffnete der Club wieder seine Türen des Geländes – für die Enthüllung eines neuen Denkmals. Ein besonderer Moment, nicht nur für Kalitowitsch. “Wir vermissen unsere 49 Engel und das hier hält uns am Leben, lässt uns in die Zukunft schauen und hoffen”, sagt Orlando Torres, ein Überlebender des Massakers.

Während der Gedenkveranstaltung wurde von den Künstlern Mr. Brainwash and Nats Getty eine Art Gedenktafel enthüllt. Weiß, mit regenbogenfarbene Herzen darauf. Hier können die Menschen fortan ihre Gedanken und Botschaften hinterlassen. Eine weitere Leinwand trägt den Slogan für das Denkmal: “I am. We are. Let’s be.” (Im Video unten sieht man Auszüge der Gedenkveranstaltung.)

Einen Tag später, am Freitag, besuchten dann auch aktuelle und ehemalige Bürgermeister*innen aus dem ganzen Land den Pulse Nightclub. “Gemeinsam sind wir nie allein”, sagte Bürgermeisterin  Jacqueline Goodall (Forest Heights Maryland), deren Familie ebenfalls Opfer eines Hassverbrechens wurde. “Wir sind nie allein, wenn wir uns gegenseitig halten. Zusammen können wir es schaffen. Am Ende des Tages sind wir nicht anders, wir sind alle gleich.”

Jörg Kalitowitsch und Christopher Rudesill vor dem “Stonewall National Museum & Archives”
Die amerikanische Flagge als Regenbogen-Version mit den Namen der 49 Opfer
Auf 10 bundesweiten CSDs wurde die Fahne getragen
Die Menschen, die Opfer des schrecklichen Attentats wurden
Christopher Rudesill vom “National Museum & Archives”
Die Flagge wird zunächst in einer Box im klimatisierten Archiv des Stonewall-Museum aufbewahrt
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