09
Feb
#lebenskunst4null: Gastfreundschaft 4|4 – Gastfreundschaft für Jedermann

Wie kann ich Gastfreundschaft in meinem Leben integrieren? Welche Regeln gibt es für Gastfreundlichkeit und ab wann zähle ich zu den gastfreundlichen Menschen? Es gibt viele verschiedene Assoziationen zum Thema Gastfreundschaft und wir haben bereits drei Annäherungen zu dieser Frage gesehen. So unterschiedlich sie auch sein mögen haben sie etwas gemeinsam, sie machen Gastfreundschaft als etwas aus, was sich zwischen Personen abspielt, also als eine Art der Beziehung von Menschen zu anderen Menschen.

Als solche ist sie auch in der Tat täglich für uns präsent und somit spielt sie eine wichtige Rolle in unserem Leben. Nun muss es uns angesichts dieser starken Bedeutung nicht angst und bange werden, weil wir uns etwa fragen müssten, ob wir uns bis jetzt richtig verhalten haben oder ob wir genug tun, um einer Vorstellung, die wir wahrscheinlich durch andere im Laufe unseres Lebens aufgenommen haben, gerecht zu werden.

Es kann nicht darum gehen, dass wir alle auf der Stelle Menschen in unseren eigenen vier Wänden aufnehmen, die dort womöglich für lange Zeit oder gar immer verbleiben, oder wir dauernd Menschen mit größter Güte behandeln, selbst dann wenn wir sie gerade zum ersten Mal sehen und wir schlecht gelaunt sind. Wenngleich dies wahrscheinlich nur die radikalsten Vertreter solcher Gedanken fordern würden und es somit ein wenig übertrieben klingen mag, soll zum Ausdruck kommen, dass nicht überstarke Anforderungen gelten können und dürfen, die im konkreten Kontext und auch schon theoretisch nicht erfüllbar sind.

“Wozu bin ich bereit und was kann ich von Herzen aus tun?”

Es dürfte wahrscheinlich überhaupt sehr schwer fallen, allgemeine, alle Menschen übergreifende Kriterien oder Bedingungen zu finden, die einen Wert wie Gastfreundschaft endgültig festlegen. Daher sollte es in Frage gestellt werden, ob das als ein Ziel gesetzt werden kann oder ob nicht vielmehr eine Lösung sein könnte, die Antwort im Individuellen zu finden. Das würde bedeuten, sich selbst fragen zu müssen, Wozu bin ich bereit und was kann ich von Herzen aus tun?

Dabei ist die Fähigkeit, in sich hinein zu fühlen und ehrlich gegenüber sich selbst zu sein, sehr wichtig. Nur dann kann man eine Antwort für sich selbst finden und entsprechend handeln. Durch diesen zusätzlichen Wert, nämlich den der Authentizität, also Gleichheit des innerlich Gefühlten mit der Absicht und dem Bewusstsein der konkreten Handlung, erlangt die Gastfreundschaft an Tiefe und entfaltet ihre wahre Wirkung. Dinge, die wir aus einem inneren Impuls heraus tun, aus einem Wunsch zu helfen beispielsweise, sind sehr viel wirkmächtiger und auch sinnvoller als durch Pflicht auferlegte oder durch gesellschaftliche Konventionen vorgegebene Handlungsweisen.

Daraus können sich dann die unterschiedlichsten Formen von Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft entwickeln, z. B. kann sie so aussehen, dass man jemandem auf der Straße den Weg zum nächsten Restaurant erklärt oder hilft, Schilder und Hinweise richtig zu verstehen. Es kann auch sein, dass man jemandem hilft, einen neuen Arbeitsplatz zu finden oder jemandem Essen und Trinken anbietet. Es kommt dabei also auf die jeweilige Situation an und vor allem, wozu sich die/der Einzelne bereit fühlt und was sie/er geben möchte und kann.

“Dabei sollte man nicht zögern, auch vermeintliche „Kleinigkeiten“ zu offerieren, denn sie können oft mehr Gutes auslösen, als man zuvor gedacht hatte.”

Dabei sollte man nicht zögern, auch vermeintliche „Kleinigkeiten“ zu offerieren, denn sie können oft mehr Gutes auslösen, als man zuvor gedacht hatte. Es ist ja die Absicht des helfenden oder freundlichen Menschen, die dabei zum Vorschein kommt und die einen großen Anteil am Ganzen hat, weswegen aufrichtiges Handeln (welches aus der Grundhaltung der Authentizität entspringt) so wichtig ist. Außerdem wird man wahrscheinlich beobachten, wie man sich selbst wohler fühlt und sich im Einklang mit sich selbst befindet.

Es gibt nichts Schöneres, als aus eigenem Antrieb etwas zu tun. Auf dieses Weise schafft man es auch, Konkurrenzgedanken hinter sich zu lassen. Was der Nachbar wieder für ein grandioses Fest veranstaltet hat oder wer im Freundeskreis als der beste Gastgeber gilt usw. ist dann obsolet. Im Endeffekt kann man selbst dabei am meisten gewinnen, wenn man lernt auf sich zu hören und danach handelt. Man gewinnt an Fröhlichkeit und kann diese mit anderen teilen. In diesem Sinne: Seid immer authentisch!

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#lebenskunst4null ist eine fortlaufende Kolumne auf i-ref.de, in der euch vier Philosophen mit auf die Reise durch ihre Gedanken-und Gefühlswelt zum Thema Leben im 21. Jahrhundert nehmen. Alle weiteren Artikel zum Thema findet ihr hier.

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